Heute sind wir seit genau vier Wochen in Südkorea. Seit zwei Wochen aus der Quarantäne und wieder draußen unterwegs. Allmählich kommt so etwas wie Routine in den Alltag. Wir kennen die ersten Wege und wissen auch ohne Karte, wie wir bis zum Markt oder Supermarkt kommen und wo wir was besorgen können. Wir hatten alle Vorlesungen und wissen worum es geht. Auch die anderen Internationale haben wir (bis auf wenige Ausnahmen) kennen gelernt. Das alles verleiht dem Leben hier eine gewisse Basis und macht es entspannter, alles um einen herum zu erkunden, denn davon gibt es auf jeden Fall noch genug! Die meisten Tage sind jedoch noch immer sehr spontan.
Das woran ich mich noch gewöhnen muss, ist das häufig wechselnde Wetter. Normalerweise ist die Regenzeit schon vorbei, dieses Jahr zieht sie sich jedoch länger und ist auch ungewöhnlich stark. Dadurch wechseln sich heiß/schwüle Tage mit kalten/nassen Tag immer wieder ab. Wenn man bei 24°C schon von kalt reden darf. Es ist aber verlass darauf, dass es jede Woche Tag mit schönstem Sonnenschein gibt!
Montag war jedoch einer dieser nassen, kalten Tage. Uns erreichten erneut die Ausläufer eines Taifun und es regnete bereits seit Sonntagabend ohne Unterbrechung. Dabei war es kein Nieselregen, wie ich ihn aus Wuppertal gewohnt bin, sondern ziemlich starker Regen. So wurde auch der notwendige Einkauf auf dem Markt zur unfreiwilligen Dusche. Jedoch hatten wir keine Wahl, da der Kühlschrank ziemlich leer und der Hunger auf Bolognese ziemlich groß war (etwas Abwechslung zwischen den Tagen mit Reis ist doch sehr schön, auch wenn das koreanische Essen wirklich total lecker ist). Hart erarbeitet, schmeckte diese vielleicht sogar noch ein bisschen besser!

Dienstag war es wieder trocken und das Wetter um einiges angenehmer. Die perfekte Gelegenheit in den Sportpark zu gehen. Währenddessen erreichte uns eine allgemeine Nachfrage, wer Lust hat sich zu treffen und Pizza zu essen. Da es zu diesem Zeitpunkt noch andere Austauschstudenten gab die ich nicht kannte, war ich natürlich dabei.


Ausblick vom Sportberg über Teile der Stadt 
Die Kreuzung direkt vor der Uni. 
Der abendliche Treff auf der Tribüne.
So trafen wir uns vor der Uni um dort besorgte Pizza zu essen bevor es zum Sportplatz ging, wo wir auf der Tribüne den Abend verbrachten. Wir sind eine bunt gemischte Gruppe an ausländischen: Deutschland, Schweiz, Frankreich, Israel, Norwegen und Italien. Das Mädchen aus Israel, Rotem, erzählte, dass sie in ihrer Heimat traditionelle Tänze unterrichtet. Wir konnten uns natürlich nicht nehmen lassen, dass sie uns zeigt wie es geht. So stand eine Gruppe lachender Studenten um 23 Uhr abends im Kreis mitten auf der Sportfläche und versuchte sich an einem traditionellen, israelischen Tanz. Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht, auch wenn es noch Verbesserungspotential gibt! Wir verabredeten uns an diesem Abend auch bereits für den nächsten Abend um ins Kino zu gehen und den Film Tenet zu gucken.
Mittwochs geht meine letzte Vorlesung bis 19:15 Uhr, weshalb ich es leider nicht schaffte mit essen zu gehen und die andere stattdessen direkt am Kino traf. Der Eingang zu eben diesem ist ziemlich gut versteckt, da man durch ein Geschäft muss und in diesem drei Stockwerke mit einer Rolltreppe hinauf.
Im Bereich des Kinos selbst gibt es dann noch einmal einen Aufzug, welcher uns weitere Stockwerke hinauf brachte, bevor wir im 9. Stock den Kinosaal erreichten. Der Film war sehr gut, auch wenn die Handlung sehr komplex ist. Unser Vorteil war, dass Filme in Korea selten nur synchronisiert werden, sondern mit Untertiteln arbeiten, weshalb der Film auf Englisch ist. Der Besuch im Kino lohnt sich auf jeden Fall. Bei einer anschließenden Diskussion über den Inhalt klärten sich noch einige offenen Fragen und gleichzeitig gab es Dinge, die wir alle unterschiedlich wahrgenommen hatten.
Donnerstagabend hatten wir uns mit einigen der Franzosen und einem Koreaner zum Abendessen verabredet. Es sollte endlich das berühmte fried chicken geben. Dieses gibt es hier sowohl mit als auch ohne Knochen und in verschiedenen Soßen. Beilagen gibt es meistens nicht, wenn überhaupt gibt es anschließend gebratenen Reis. Wir hatten einmal frittiertes Hähnchen in seiner natürlichen Form und eines mit einer Soße aus Soja, in der zusätzlich Scheiben aus Lotuswurzel und Stücke Reiskuchen waren.
Ich hatte bis dahin noch keinen Reiskuchen gegessen und war sehr gespannt. Mir wurde lediglich gesagt, dass die Konsistenz der von marshmallow ähnelt. Das ist tatsächlich nicht so weit hergeholt, auch wenn der Geschmack natürlich ganz anders ist. Trotzdem wahnsinnig lecker und auch die scharfe Soße konnte mich nicht davon abhalten, am Ende noch die letzten Stücke heraus zu fischen. Als Nachtisch führte uns June (der Koreaner) zu einer Eisdiele einige Straßen weiter. Diese füllt, ganz im italienischen Stil, die Becher randvoll mit Eis, statt einzelne Bällchen zu formen. Die Sorten waren dabei sehr ausgefallen, von Spinat-Minz-Schokolade über Schokolade-Jack Daniels bis Hibiskus-Passionsfrucht. Sehr lecker waren die probierten Sorten auf jeden Fall und für 3,50€ auch durchaus günstig.
Der Tag endete erneut auf den Tribünen draußen an der Uni, die inzwischen als Insider nur noch “The Spot” heißen. Dort gab es auch Soju in seiner reinen Form zu probieren. Mich schreckte schon der Geruch extrem ab, aber spätestens der kleine Schluck zum probieren bestätigte diesen Eindruck nur: Es riecht nicht nur nach Handdesinfektionsmittel, es schmeckt auch so. Igitt!
Freitags sind keine Vorlesung und auch meine Arbeit war für die Woche bereits erledigt. Für Mittags hatten wir uns mit Kwon verabredet. Da er schon 1,5 Stunden früher kam als ich erwartet hatte (war mit Dominik so abgesprochen), war mein Frühstück gerade erst vorbei. Daher hatte ich nun noch nicht den großen Hunger und schlug den beiden Jungs vor, dass wir ja Sushi essen gehen können, da ich ohnehin irgendwann dazu genötigt werden würde (Fisch mag ich in den meisten Formen absolut nicht und habe daher noch nie Sushi gegessen) und mich nicht satt essen müsste. Der Vorschlag stieß auf Begeisterung und so fiel die Wahl auf ein Lokal, was zur Mittagszeit so gut gefüllt war, dass wir einen Moment warten mussten. Kwon und Dominik bestellten jeweils eine gemischte Platte. Zusätzlich gab es eine Portion nur mit Thunfisch Sushi, da ich mir vorstellen konnte, dass dies der Fisch ist, der mir am ehesten schmecken würde.
Es fiel direkt auf, dass hier das Verhältnis von Fisch und Reis umgekehrt ist von dem in Deutschland: Viel mehr Fisch als Reis. Überraschenderweise schmeckte es auch sehr wenig nach Fisch. Mein neues Lieblingsessen wird es trotzdem definitiv nicht. Anschließend musste Kwon zur Uni und wir hatten den Nachmittag frei bevor wir uns abends das erste Mal mit fast allen Austauschstudenten getroffen haben. Ursprünglich hatte sich Dominik für den Abend mit seinem Buddy verabredet, da aber das Lokal in dem sie sich treffen wollten geschlossen hatte, schlossen sich beide der Gruppe an. Es gab Reis mit verschiedenen Beilagen. In meinem Fall mit Schweinebraten, der sehr an den deutschen Schweinebraten erinnerte. Zusätzlich gab es eine Suppe mit Seetang (fischig…), klein geschnittenen Fischkuchen und Kimchi. Insgesamt war es nicht so sehr mein Essen. Aber immerhin alles mal probiert.




Für manche war der Tag wohl sehr anstrengend.











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