Die Fahrt nach Genua lief ziemlich problemlos. Lediglich die Gedanken an die Parkplatzsuche in der Stadt sorgten für einige Bedenken. Da die Fahrtzeit aber 6 Stunden betrug, hatten wir genug Zeit diese zu verdrängen. Nach einem kurzen Stopp an der Schweizer Grenze um eine Vignette zu kaufen ging es weiter durch das Land. Nach und nach wurden auch die Berge etwas höher und die Straße führte durch schöne Landschaften. Die Route vom Navi führte uns zum Gotthardtunnel, vor dem Stau angezeigt wurde. Ob dieser allerdings mehr oder weniger geworden war konnten wir nicht nachsehen, da beide Handyverträge die Schweiz nicht eingeschlossen haben. Am Ende hatten wir relativ Glück. Zwar gab es eine Blockabfertigung einige Tunnel vor dem großen Tunnel, an der sich der Verkehr auch etwas staute, aber wir brauchten keine 20 Minuten um da durch zu fahren. Kurz danach erreichten wir bereits die italienische Grenze. Für Italien hatten wir extra vorab online das Einreiseformular ausgefüllt. Sehen wollte dieses jedoch niemand, lediglich am Zoll stand jemand draußen, winkte uns aber direkt durch. Wir fuhren ein kurzes Stück über die Landstraße bevor es zurück ging auf die Autobahn. Diese war zum Glück komplett frei, sodass wir zügig kurz nach Sonnenuntergang Genua erreichten. Dort tankten wir, bevor es Richtung Unterkunft ging.
Für die Übernachtung in Genua hatten wir uns vorab für eine richtige Unterkunft und keinen Campingplatz entschieden, da es am nächsten Morgen sehr früh auf die Fähre ging und wir so nicht morgens alles erst abbauen und einpacken müssten. Die Unterkunft lag in der Nähe des Hafen in einer kleinen Wohnung. Die zunächst befürchtete, schlimme Parkplatzsuche erledigte sich zum Glück sehr schnell, da wir einen Parkplatz quasi direkt vor der Haustür fanden. Auch ein Vorteil war, dass das Haus über einen (zugegebenermaßen sehr kleinen) Aufzug verfügte, da die Unterkunft ziemlich weit oben lag. So konnten wir die Kühlbox, zusammen mit dem Rucksack für die Nacht und mir in den Aufzug quetschen und nach oben fahren. Dort standen wir allerdings vor dem nächsten Problem, da die Kühlbox nicht durch die Flügelhälfte der Eingangstür passte. Da die Vermieter zum Glück gegenüber wohnten, halfen uns diese. Dafür wurde zunächst mit einem Schraubenzieher die Verriegelung für die zweite Tür gelöst, dann das Regal hinter der Tür abgehangen und die Fußleiste entfernt. Anschließend ging die Türe so gerade weit genug auf, dass die Kühlbox durch die Tür passte.
Wir fragten noch nach einem guten Tip für das Abendessen und bekamen die Empfehlung für ein Lokal direkt um die Ecke. Die Vermieterin rief sogar kurz dort an, um sicher zu gehen, dass ein Platz für uns frei sei. Als wir dort ankamen fühlten wir uns kurz etwas underdressed, da der Außenbereich mit roten Kordeln abgehangen war und die Kellner gut gekleidet herumliefen. Allerdings gab es andere Leute, die ähnlich alltäglich angezogen waren wie wir und auch die Preise entsprachen dem normalen Schnitt. Das Essen war köstlich und der richtige Abschluss für den anstrengenden Tag. In der Unterkunft nutzen wir noch die Küche um Blätterteigschnecken zu backen, die wir bisher nicht geschafft hatten und genossen anschließend noch eine warme Dusche bevor es ins Bett ging. Da der Wecker bereits um kurz vor sechs Uhr klingeln würde, waren wir froh schnell zu schlafen.
Zu meiner eigenen Überraschung wachte ich am nächsten Morgen bereits vor dem Wecker auf und fühlte nicht fit und ausgeschlafen. Jan, der sonst deutlich besser mit frühen Uhrzeiten umgehen kann, wirkte dagegen noch sehr verschlafen und müde. Schnell packten wir unsere Sachen zusammen, bauten die Türe wieder auseinander und machten uns pünktlich um 6:45 Uhr auf den Weg zum Hafen. Dort wurde einmal kontrolliert, ob wir tatsächlich ein Ticket für ein Fähre hatten und uns erklärt, zu welchem Anleger wir mussten. Dort mussten wir erneut unser Ticket vorzeigen, sowie auch unseren Coronanachweis. Anschließend wiesen uns die Männer in eine der Schlangen ein, in der wir auf die Fähre warteten. Die Fähre legte allerdings erst einige Zeit später an und musste zunächst entladen werden. Während dieser Zeit genossen wir die aufgehende Sonne bei einer Tasse Kakao und einem Schokobrötchen hinten im Bus. Um 8:20 Uhr ging es dann auf die Fähre. Wir fuhren mit als erstes auf Schiff und standen somit ganz vorne. Die Autos waren allerdings alle so eng geparkt, dass es ein Kampf war auszusteigen. Während der Fahrt müssen jedoch alle Passagiere die Autos verlassen und an das Deck gehen. Wir liefen direkt bis ganz oben in den Außenbereich und schauten uns Genua noch etwas an, bis dass die Fähre pünktlich um 9 Uhr ablegte. Als das Festland immer weniger zu sehen war und es zunehmend windig wurde, entschieden wir uns für einige Zeit rein zu gehen um etwas zu essen und ein bisschen zu spielen. Nach einer Partie Phase 10 war bereits Korsika zu erkennen und wir gingen zurück an Deck. Dort setzten wir uns an das Geländer auf den Boden (für die Rückfahrt werden wir Campingstühle mitnehmen 😀 ) und sahen Korsika an oder lasen etwas im Reiseführer. Gegen 14 Uhr und nach einer etwas merkwürdigen 360° Wendung liefen wir in den Hafen von Bastia ein.
So schnell wie es auf das Schiff drauf ging verließen wir es hier auch wieder und fuhren zunächst zu einem etwas größeren Supermarkt um noch einige frische Lebensmittel einzukaufen. Von dort wollten wir die Stadt Richtung nördliches Cap verlassen. Dafür mussten wir zunächst noch einmal durch die komplette Stadt durch und freuten uns bereits auf ruhigere Straßen. Hier war es oft zweispurig, mit vielen Kreisverkehren und gefühlt alle 20m ein Zebrastreifen. Diese interessieren jedoch sowohl Fußgänger (laufen einfach irgendwo auf die Straße) als auch französische Autofahrer (fahren einfach weiter) nicht. Nachdem dieser Teil jedoch geschafft war, ging es auf ein schmale Straße immer an der Küste entlang. Die ersten Ausblicke auf das türkis blaue Wasser und die hellen Felsen waren wirklich toll! Nach einigen kurzen Stopps um Fotos zu machen erreichten wir den ersten Campingplatz in Macinaggio.
Da wir bereits relativ spät dran waren, waren alle Plätze mit einem Stromanschluss schon belegt. Zum Glück gab es trotzdem zusätzlich Steckdosen, an die wir zumindest unsere Kühlbox anschließen konnten. Anschließend suchten wir uns auf der Wiese einen etwas schattigen Platz und bauten Tisch, Stühle und das Vorzelt auf. Der nächste Weg führe dann zum nahegelegenen Stand. Dieser war zwar nicht sonderlich schön und vor allem komplett voll mit altem Seegras, das Wasser dafür trotzdem herrlich und wirklich angenehm. Auf diesen Moment hatte ich mich bereits seit Wochen gefreut. Anschließend lagen wir noch einen kurzen Moment am Strand bevor wir zurück zum Campingplatz liefen um zu duschen.
Für das Abendessen mussten wir etwas improvisieren. Da es leider keinen Strom am Platz gab, konnten wir auch die elektrischen Kochplatten nicht anschließen und hatten somit nur einen kleinen Campingkocher zur Verfügung. Dort brannte jedoch alles in den Töpfen an und zusammen mit der Müdigkeit vom Tag strapazierte das ziemlich unsere Nerven, sodass wir froh waren irgendwann zumindest ein Kleinigkeit gegessen zu haben. Das Spülen verschoben wir jedoch auf den nächsten Morgen und genossen stattdessen den Blick in den einmaligen Sternenhimmel. Es ist dort so dunkel, dass sich sogar die Milchstraße gut erkennen lässt. Zusätzlich war an diesem Abend Neumond, was den Ausblick noch begünstigte. Als es kalt wurde, entschieden wir schlafen zu gehen.
Bedingt durch die Helligkeit und die Geräusche der anderen wurde ich am nächsten Morgen erneut bereits um kurz nach sieben wach. Jan schlief jedoch ebenfalls nicht viel länger, sodass wir kurz danach das Frühstück vorbereiteten. Dafür mussten wir den Bulli aber erst einmal vom Vorzelt befreien, welches in der Nacht schon wieder zusammengebrochen war.
Da wir das Spülen am Vorabend verschoben hatten und auch so noch einige Dinge sortieren mussten war es bereits 11 Uhr als wir vom Campingplatz aufbrachen um die nördliche Spitze zum Umrunden und dann weiter Richtung Saint Florent zu fahren.
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