Nach der Mamutwanderung schmerzten uns die Füße und Beine. Und das nicht nur am nächsten Tag. Wir entschieden spontan unseren Aufenthalt auf dem Campingplatz noch um eine Nacht zu verlängern und einen entspannten Tag zu machen. Dabei stand vor allem in der Hängematte liegen, Blog schreiben und Reiseführer lesen ganz oben. Aber auch das abendliche Bad im Pool durfte natürlich nicht fehlen. Das Abendessen an diesem Tag kochte sich ebenfalls quasi von selbst, da wir noch einmal die leckere Pizza des Campingplatz genießen wollten. Zusätzlich spielte an diesem Abend eine korsische Band in dem kleinen Restaurant, was dadurch ziemlich gut besucht war. Zusätzlich zu den ganzen normalen Tischen waren bereits draußen auf der Straße davor Tische und Stühle aufgestellt, die ebenfalls fast vollständig besetzt waren. Daher blieb uns nur übrig, unsere Pizza drinnen zu bestellen und suchten uns draußen zwei freie Stühle und hörten zu. Bedingt durch die ganzen Menschen dauerte es ca. 30 Minuten (am ersten Abend waren es drei) bis die Pizza fertig war, was aber durch die musikalische Untermalung nicht weiter störte. Wir beschlossen, auch dort vor Ort noch unsere Pizza zu essen und quälten (Muskelkater kann sehr gemein sein) uns anschließend wieder den Berg zu unserem Stellplatz hoch. Dieser lag so günstig, dass wir von dort noch weiter der Musik lauschen konnten, ohne dass diese so laut war. Gemütlich ließen wir den Abend ausklingen und überlegten bereits was genau der Plan für den nächsten Tag ist.

Unsere Route sollte uns weiter in das Landesinnere führen, Richtung Corte. Während der Unabhängigkeit Korsikas war Corte unter Pasquale Paoli die Hauptstadt der Insel. Die Straße führte uns den Berg hinauf und wurde wieder zunehmend schmaler. Hinter einer Kurve erwarteten uns plötzlich einige Ziegen, die gerade aus dem Gebüsch auftauchten und dann völlig entspannt über die Straße spazierten. Sie hatten wohl das gleiche Ziel wie wir und marschierten munter drauf los, wobei sie sich nicht ganz einig werden konnten, ob sie denn jetzt auf der linken oder rechten Straßenseite laufen wollten. Dies machte es auch schwer an ihnen vorbei zu fahren und wir folgten ihnen eine zeit lang in Schrittgeschwindigkeit. Irgendwann entschieden sie dann doch zum Glück, dass wir an ihnen vorbei dürfen und machten Platz. Einige Zeit später begegnete uns bereits die nächsten Tiere der Insel. Eine ganze Gruppe Schweine mit Frischlingen. Diese waren super neugierig und hätten am liebsten ihre Nase an mein Kameraobjektiv gedrückt.
Weiter ging es über verschiedene Passstraßen, unter anderem über den höchsten Pass der Insel “Col de Vergio” dessen Passhöhe auf 1467 m liegt. Dort gab es neben einer großen Skulptur und einem tollen Ausblick ein Schild, mit dem Namen und der Höhe des Passes, auf dem verschiedene Sticker aufgeklebt waren. Einer von ihnen hieß: “Nett hier. Aber waren Sie schon mal in Baden-Württemberg?” Wer schon länger meinen Blog liest wird sich vielleicht daran erinnern, dass uns in Mexiko damals drei Mädels begegnete die genau diesen Sticker zitierten. Seitdem ist es ein running Gag zwischen Caro und mir, weshalb sie natürlich ein Foto davon bekam und es ähnlich lustig fand.
Wir fuhren weiter, vorbei an der Spelunca-Schlucht, über die mittelalterliche Genueser-Brücke „Ponte a Zaglia“ und am Stausee von Calacuccia vorbei. Langsam näherten wir uns der Stadt.

Da unser nächster Campingplatz auf dem Land lag, etwas weg von der Stadt, hatten wir beschlossen die Stadt direkt auf dem Weg zu besuchen. Auf der Rückseite der alten Stadt, unterhalb der Zitadelle gab es kostenlose Parkplätze. Das war sehr positiv. Weniger positiv war, dass von dort eine Treppe ca. 100 Höhenmeter nach oben führte und dann in die Stadt. Die Beine waren noch nicht wirklich erholt, sodass es ein Kampf war. Der Ausblick von oben dafür umso schöner. Wir liefen etwas durch die Stadt, wobei diese zwar schön, aber nicht spektakulär ist. Für den Rückweg zum Auto liefen wir dann doch lieber an der Straße entlang und meideten den Berg und die Treppen.
Der Campingplatz “Camping de Peridundellu” war ca. 20 Minuten von der Stadt entfernt und lag mitten im nichts. Wir waren froh, dass wir zuvor noch einige Lebensmittel in der Stadt besorgt hatten. Auf dem Platz angekommen, wies ein Schild darauf hin, dass die Rezeption aktuell zwar noch nicht wieder geöffnet hat (Mittagspause), wir uns aber einen beliebigen Platz wählen und später anmelden können. Auf verschiedenen Seiten des kleinen Platzes gab es Ausblicke auf verschiedene große Berge und wir suchten uns einen schönen Ort mit Blick durch das Tal und auf die Berge. Als dies geschehen war, war auch die Rezeption wieder geöffnet wo wir sehr freundlich und äußerst unkompliziert empfangen wurden.
Das Abendessen für den Abend erforderte einige Vorbereitung, weshalb wir es nicht zu lange heraus zögerten. Leider wurden wir dabei jedoch von Wespen belagert, weshalb uns die Idee kam, dass mitgenommene Mückennetz als Abwehr zu nutzen. Ein Baum über dem Tisch bot sich perfekt an und anschließend surrten zwar Wespen (und später Mücken) um das Netz, kamen aber nicht mehr zu uns. So konnten wir in Ruhe das Abendessen genießen und uns stärken für den nächsten Tag, da wir etwas actionreiches geplant hatten: Eine Canoying Tour. Dementsprechend ging es auch etwas früher ins Bett, nachdem alle notwenigen Sachen gepackt waren.