Dieser Blog wird eine Sammlung von Besonderheiten, die mir hier in Korea aufgefallen sind. Da mit Sicherheit immer wieder neue Dinge auftauchen, werde ich den Blog immer wieder updaten. Solltet ihr also an dieser Stelle den Eindruck bekommen, dass ihr das hier schon einmal gelesen habt, finden sich weiter unten neue Dinge. Gerne könnt ihr auch euren Eindruck oder eure Erfahrungen in die Kommentare schreiben.

1.) Besteckschubladen
Im Restaurant sind die Tische hier nicht eingedeckt. Stattdessen gibt es an jedem Tisch eine Schublade, in der man Stäbchen, Servierten und Löffel findet. Mehr wird hier zum essen nicht benötigt. Außerdem gibt es grundsätzlich Wasser umsonst. Meistens gibt es dazu eine Plastik- oder Metallfalsche und dazu passende kleine Becher.

2.) Fleischscheren
Messer werden hier eigentlich nie verwendet, vor allem nicht am Tisch. Die einzige Ausnahme davon, die ich bisher gesehen habe war eine Pizzeria. Der Ort wo ich ein Messer vermutlich am wenigsten vermisst hätte.

Bleibt natürlich trotzdem die Frage wie überall anders gegessen wird. Wie zuvor erwähnt gibt es außer Stäbchen und Löffel kein Besteck. Das meiste Essen wird in mundgerechten Stücken serviert. Beim BBQ jedoch grillt man zunächst ganze Stücke Fleisch, welche dann mit einer Schwere kleingeschnitten werden. Dabei handelt es sich tatsächlich um eine ganz normale Schere wie sie jeder in der Schublade hat. Ziemlich verrückt, aber doch einfach und effektiv.

3.) fehlende Bürgersteige

Mit Ausnahme von großen, mehrspurigen Straßen gibt es hier eigentlich nie Bürgersteige. Sehr viele der kleineren Straßen sind Einbahnstraßen (wobei das zumindest augenscheinlich nur für Autos gilt und nicht für Motorroller und Fahrräder) und die Leute laufen einfach kreuz und quer. Das erfordert zumindest für die Autofahrer viel Geduld, weil auch nur die wenigsten Platz machen um die Autos vorbei zu lassen.

4.) Rollerlieferanten
Einen Bürgersteig würde ich mir immer mal wieder wünschen, wenn einer der Rollerfahrer mit waghalsigen Manövern zwischen den Menschen durchfährt. Die meisten Lieferungen (vor allem für bestelltes Essen) werden hier von diesen Fahrern ausgeliefert. Dabei ist die Zeit wohl das oberste Gebot. Nicht nur auf den kleinen Straßen zwischen den Menschen sind diese sehr schnell unterwegs. Sie quetschen sich auch im Stau zwischen den Autos hindurch und überqueren häufig mal eine rote Ampel. Es überrascht mich fast ein bisschen, dass ich bisher keinen Unfall gesehen habe.

4.) Sozialstrukturen
Das soziale Gefüge in Korea baut sehr auf dem Alter und der Hierarchie auf. Ältere und höher gestellte Personen müssen grundsätzlich mehr respektiert und nur mit der Höflichkeitsform angesprochen werden. Auch spricht man diese auf koreanisch niemals mit ihrem Namen an, sondern immer mit der Beziehung in der man zu diesen stehen (z.B. Professor, Boss, Mutter, großer Bruder). Dies nicht zu machen gilt als großes Fauxpas. Darüber hinaus gibt es noch strengere Regeln, z.B. dass man übergeordneten Leuten Dinge nur mit zwei Händen überreicht und sich beim trinken wegdreht. Auch die Verbeugung zur Begrüßung fällt tiefer aus. Allerdings erzählten mir zwei Koreaner, die in meinem Alter sind, dass diese strengen Umgangsformen in ihrer Generation weniger werden und vor allem von der Generation ihrer Großeltern erwartet werden. Aber insgesamt wird diese Hierarchieform noch immer streng geachtet. Bei dem Altersunterschied reicht im übrigen auch ein Jahr.

5.) Alter in Korea
Wo wir gerade beim Alter sind. In Korea dreht sich ja sehr viel um eben dieses. Aber nicht nur das, es wird auch anders gezählt. Hier ist man bereits 1 Jahr alt wenn man geboren wird. Unabhängig vom eigentlichen Geburtstag wird man auch am 01.01. des neuen Jahres ein Jahr älter. Dies geht sogar so weit, dass alle Jugendlichen, die dieses Jahr 18 (im koreanischen Alter 19) werden und somit (auch in Korea) offiziell trinken dürfen, bereits seit dem 01.01.2020 Alkohol bekommen, auch wenn sie erst im Dezember Geburtstag haben. Nur wenige Ausnahmen erwarten, dass das Alter “fully 19” ist. Dass sie also tatsächlich Geburtstag hatten. Interessant ist also beim Frage nach dem Geburtstag nur das Jahr.

6.) Sicherheitshinweise gegen Handynutzung

Dass das Handy eine große Rolle hier in Korea spielt hatte ich in einem der vorherigen Beiträge schon mal berichtet, da man nahezu niemanden ohne Handy in der Bahn sieht. Aber auch auf der Straße wird nahezu immer darauf gestarrt. Das geht soweit, dass es inzwischen an großen Straßen an der Ampel auf dem Boden ein Schild ist, welches darauf hinweist, dass es gefährlich ist während dem Laufen auf das Handy zu starren.

7.) Türbumper
Ein üblicher Anblick in Seoul, den wir nur von Neuwagen auf dem Transport kennen. Kleine Schaumstoffschwämme, die an die Türen geklebt werden. Dabei sind Form und Farbe keine Grenzen gesetzt. Dienen sollen diese dem Schutz, dass man kein anderes Auto versehentlich beim öffnen der Tür beschädigt. Hätte ich manchem Auto in Deutschland auch schon mal gewünscht, wenn es neben mir parkte….

8.) Essen gehen
In Korea sind die Preise für Lebensmittel sehr hoch. Verglichen mit Deutschland gibt man hier schnell das doppelte bis dreifache für einen einfachen Einkauf aus. Vor allem Obst und Gemüse sind sehr teuer. Nicht sehr verwunderlich, dass da die meisten Koreaner Essen gehen oder aber welches bestellen. Die Preise in Restaurants (welche in einer großen Vielzahl vorhanden sind) sind verglichen mit Deutschland geringer, wodurch das Abendessen auswärts durchaus günstiger sein kann als selber zu kochen. Und den Abwasch spart man sich auch!

9.) Knöpfe

Fast egal wo man ist, man findet sie immer: Rufknöpfe. Auf der Straße meist unter Überwachungskameras oder auf Toiletten um Hilfe zu holen. In Restaurants direkt am Tisch um die Bedienung zu rufen. Sind diese im übrigen in Restaurants nicht vorhanden wird quer durch den Laden gerufen. In der höflichen Form natürlich.

10.) Handyakku laden
Wie bereits bis 6.) erwähnt spielt das Handy eine sehr große Rolle hier in Korea. Fast jeder ist damit beschäftigt, egal wohin man sieht. Kein Wunder also, dass regelmäßig irgendein Akku leer ist. Dies ist hier jedoch kein Problem, da man eigentlich in jedem Restaurant oder Café eine Stelle hat, an der Ladekabel bereitliegen um das Smartphone mit neuem Saft zu versorgen. Und sollte es keine Ladestation geben, ist es nie ein Problem, dass das Handy hinter der Theke direkt mit dem Ladekabel des Personals geladen wird. Das hat mir unterwegs definitiv schon einmal geholfen.