Letzten Montag trafen wir uns abends mit einigen Anderen zum Abendessen. Anschließend verabschiedete sich der Großteil, da sie für Klausuren lernen oder Dokumente schreiben mussten. Deshalb waren wir nur noch zu viert und beschlossen zunächst durch Hongdae zu laufen und endeten in einem Klamottenladen wo wir es für eine lustige Idee hielten, jeweils für den Anderen ein Outfit herauszusuchen und dieses anzuziehen.

Die entstehenden Kombinationen, waren sehr lustig anzusehen und passten teilweise, wenn auch etwas seltsam, erstaunlich gut zusammen. Nachdem wir jeder im ersten Laden ein Outfit anprobiert hatten, gingen wir mit einer Person weniger, weiter zum nächsten Laden wo wir erneut das Spiel wiederholten. Dabei bekam manche Leute durch Zufall Anziehsachen, die ihn so gut gefielen, dass sie entschieden sie zu kaufen.

Sonntag hatten wir eine E-Mail erhalten, dass wir am Dienstag zur Ausländerbehörde müssen um dort unsere Fingerabdrücke zu registrieren für die Aufenthaltsgenehmigung. Da die Behörde ein gutes Stück entfernt, am anderen Ende der Stadt liegt, machten wir uns rechtzeitig auf den Weg und trafen unterwegs auf einen der Anderen aus der Schweiz und einen aus Österreich mit denen wir zusammen zur Behörde liefen. Die Abnahme der Fingerabdrücke ging sehr zügig, nachdem wir den entsprechenden Raum einmal gefunden hatten.

Innerhalb von 5 Minuten war die Sache erledigt, und uns erwartete der Rückweg von 1 Stunde erneut. Abends treffen uns erneut mit einer ganzen Gruppe Leute zum Abendessen, aber nachdem wir uns nicht einig werden konnten wo wir essen gehen teilt sich die Gruppe kurzerhand und ich ging mit Jan und Dominik zu einem winzigen Laden der mir von einigen Koreanern aus einer der Vorlesungen empfohlen wurde. Der Laden war sehr einfach und bot auch nur zehn verschiedene Gerichte an. Die Besitzerin sprachen kein Englisch und da wir kein koreanisch sprechen mussten wir uns auf den Google Übersetzer verlassen was die Auswahl der Gerichte angehen. Teilweise wurde dann „Spring auch meinen Rücken“ und „Balleintopf“ übersetzte, wodurch unsere wenigen Sprachkenntnisse zum Einsatz kamen. Allerdings klappt dies erstaunlich gut und wir alle bekamen ein sehr leckeres, dennoch etwas scharfes Essen.

Donnerstagabend entschied ich nach einem langen Tag mit Arbeit und Uni zum Fluss zu gehen und mir auf dem Weg dorthin am Markt einige Dumpings als Abendessen zu besorgen. So konnte ich die Aussicht auf die andere Flussseite und die Lichter der Stadt genießen während ich mein Buch las und mir das Abendessen schmecken lies.

Allerdings werden die Temperaturen inzwischen merklich kälter, weshalb ich nach 2 Stunden nahezu zum Eiszapfen erstarrt den Weg nach Hause antrat.

Für Freitag war geplant ein Ausflug zum Technik Markt nach Yongsan zu machen. Dort sollte es viele kleine Läden geben, welche gebrauchte Technik zu günstigen Preisen anbieten. Leider war der Markt enttäuschend, da es sich dabei nicht um ein Markt im eigentlichen Sinne handelte sondern eher verschiedene Gebäude in den kleinen Läden untergebracht waren, die jedoch alle sehr chaotisch waren. Viel der Technik wirkte sehr veraltet und macht nicht unbedingt den Eindruck, dass sie noch benutzt werden kann. Auch gab es neben Kameras, Handys und Beamern kaum andere Geräte. Trotzdem war es interessant, sich die völlig zugestellten Läden anzusehen.

An diesem Abend ging wir das erste Mal einer typisch koreanischen Tätigkeit nach, welche endlich wieder möglich ist. Wir waren Karaoke singen! Dabei bekommt man mit seiner Gruppe einen eigenen, kleinen Raum, in dem es Sofas, einen großen Fernseher und natürlich Mikros gibt. Aus einer großen Auswahl Lieder kann man sich ein passendes Lied aussuchen und dieses singen.

Dabei können auf das Mikro die verschiedensten Effekte gelegt werden, was den Gesang nicht unbedingt schöner macht. Trotzdem ist es eine sehr lustige Angelegenheit. Nachdem wir dort ursprünglich nur 1 Stunde bezahlt hatten und einige der Leute aus dem Studentenwohnheim rechtzeitig zurück mussten um vor der Sperrstunde rein zu kommen, waren wir überrascht, dass unsere Zeit kostenlos eine halbe Stunde verlängert wurde. Kurz bevor diese zusätzliche halbe Stunde abgelaufen ist, wurde unsere Zeit erneut um eine halbe Stunde verlängert, nur im Anschluss noch einmal um 20 Minuten verlängert zu werden. So kam es, dass wir erst kurz vor 1:00 Uhr aus der Karaoke Bar kam und uns noch ein Moment in der Fußgängerzone aufhielten, bevor die Leute aus dem Studentenwohnheim die die Nacht draußen verbrachten in den PC Raum ging und ich mich auf den Weg nach Hause machte.

Samstag war ein sehr entspannter Tag. Für Abends waren wir im Spielecafe verabredet. Die vielen Möglichkeiten dort sind wirklich toll und wir haben bereits darüber Philosophiert, dass man so etwas auch in Deutschland eröffnen sollte. Es gibt jede Menge verschiedene Brettspiele und einzelne Abteile mit einem Tisch, in denen man diese gemeinsam spielen kann. Außerdem auch einige größere Attraktionen, wie zwei Spielautomaten, Billiard oder Darts.

Neben Billiard spielte ich noch einige Runden “Double” gegen Anaïs, die ich leider alle verlor, “The Game”, und abschließend eine Runde Rummicub mit allen zusammen.

Sonntag ist Ramen Tag. Zumindest an diesem Sonntag. Ursprünglich wollten wir bereits einige Tage zuvor Ramen essen, waren jedoch nie dazu gekommen. Dominik war mit JD in einem kleinen Restaurant in der Nähe der Uni gewesen, welches sehr gute Ramen anbot. Der einzige Haken an der Sache war die Bestellung. Wir waren nur zu zweit, ohne Koreaner unterwegs und zum Bestellen schreibt man seinen Essenswunsch in eine Liste. Auf koreanisch natürlich. Wir hatten Glück, dass ein hilfsbereiter Koreaner direkt daneben stand und für uns alles eintrug. Für das nächste Mal haben wir ein Foto gemacht, damit wir wissen was wir bestellt hatten.

Das Essen war der Wahnsinn und unglaublich lecker!