Heute haben wir uns eine deutlich längere Tour vorgenommen, sodass wir am Ende des Tages auf knapp 22km Fahrradstrecke gekommen sind. Plus unzählige Kilometer zu Fuß. Verständlich, dass wir gerade müde und geschafft im Bett liegen und mit den letzten Kraftreserven diesen Beitrag schreiben.
Los ging es heute morgen mit einer Fahrt quer durch die Stadt zur Hauptbibliothek von Wien. Bei der Reisevorbereitung hatte ich gelesen, dass sich von dort ein toller Blick über die Stadt bieten soll. Wir also nichts wie rauf auf das Gebäude, welches ein wenig an das Dockland in Hamburg erinnert (ein Bürogebäude, welches aussieht wie ein großes Kreuzfahrtschiff). Leider scheinen die umliegend Häuser in der Zwischenzeit gewachsen zu sein oder die Bibliothek ist ein Stück im Erdreich eingesunken, denn viel ließ sich leider nicht sehen.
So machten wir uns dann auf den Weg zum Schloss Schönbrunn. Gebaut wurde das Schloss für die Kaiserin Eleonora Gonzaga zwischen 1638 und 1642. Seinen Namen erhielt es durch den Kaiser Matthias, welcher im Jahr 1619 auf dem Gelände einen nätürlichen Springbrunnen entdeckt hat. So ist der Garten vom Schloss auch heute noch mit vielen künstlichen Wasserstellen und Springbrunnen ausgestattet. Wir haben es uns an einem etwas abseits der Toursisten Ströme gelegenen gemütlich gemacht und in Ruhe zu Mittag gegessen.
Nur hin und wieder verirrte sich jemand in unsere Richtung, ein besonderes Highlight war jedoch der Tourist aus Georgien, welcher mit Christbaumkugeln an den Ohren behangen auf sein Heimatland aufmerksam gemacht hat.
Nach dem kleinen mittags Snack, sind wir noch weiter durch die Parkanlagen gewandert, vorbei an einer Sonnenuhr, welche sogar das aktuelle Datum anzeigen kann, sowie dem kaiserlichen Palmenhaus und selbstverständlich dürfte auch ein Rosengarten nicht fehlen.
Nach so viel natürlicher Schönheit war es klar, dass wir eine kleine Erfrischung in Form von Eis geben musste. Bei 25°C Außentemperatur im Schatten und 65 Höhenmetern die wir mit dem Fahrrad bezwingen mussten, haben wir uns dieses auch redlich verdient. Die gewählte Eisdiele heißt “Gefrorenes – Eis wie damals” und bietet eine kleine aber sehr geschmackvolle Auswahl an Eissorten. Serviert wie in Italien üblich, nämlich nicht in Kugeln, sondern mit einem Spatel in den Becher geschmiert.
Entschieden haben wir uns für die Sorten Kekse und Zitrone-Basilikum, welche beider sehr lecker waren und geschmacklich deutlich über dem Eis liegen, welches man bei uns zu Hause in der Eisdiele bekommt. In der gleichen Straße befand sich auch ein kleiner Laden in dem sich das Anti-Trödel-Spray vom Anfang des Beitrags finden lässt.
Als wir gestern auf dem Kettenkarussell waren, viel Turtle von oben etwas goldenes in der Stadt auf. Meine Erklärung das dies eine Müllverbrennungsanlage ist, wollte sie nicht so ganz glauben, deshalb machten wir direkt noch einen kleinen Abstecher dorthin. Die Fassade Müllverbrennungsanlage Spittelau wurde nämlich vom Künstler Hunderwasser nach einem Großbrand 1987 neu gestaltet und machte aus dem zuvor nüchternen Zweckbau ein Kunstwerk, das die harmonische Symbiose zwischen Technik und Ökologie darstellen soll.
Gleichzeit ist die MVA der zweitgrößte Wärmelieferant im Wiener Fernwärme Netz.
Ich finde so nett gestaltet dürfte es auch bei uns mehr Gebäude geben. Würde bestimmt die Akzeptanz mancher Anwohner auch erhöhen.
An der Donau entlang ging es dann mit dem Rad zurück Richtung Unterkunft, nicht jedoch ohne Abendessen. Da wir aber schon so geschafft waren, haben wir uns wieder im Geisl um die Ecke niedergelassen, denn dort hat es uns am ersten Abend schon sehr gut geschmeckt. Gegessen haben wir ein Knoblauchschnitzel mit Mayonnaisenerdäpfelsalat, sowie auf besonderen Wunsch, der die Wirtin sehr erstaunt hat, ein Wiener Schnitzel mit Knödel. Beides sehr lecker, aber auch sättigend, sodass wir keinen Apfelstrudel zum Nachtisch mehr verdrücken konnten.

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