Gestern ging die Reise weiter. Morgens früh stiegen wir in Wien in den Zug und konnten uns wirklich entspannen, da wir bis Pörtschach am Wörthersee nicht einmal umsteigen mussten. Dachten wir zumindest…


Als wir morgens um kurz vor neuen an den Bahnsteig kamen war dieser bereits mehr als voll. Unter anderem warteten dort zwei große Schulklassen. So viel zu dem Plan, wenn wir früh fahren brauchen wir keine Platzreservierung. Ich beeilte mich trotzdem um früh in den Zug zu kommen und so möglichst zwei Plätze zu finden die noch nicht reserviert waren. Dabei würde ich jedoch mehr als unfreundlich von einem alten Ehepaar angemeckert die meinten sie hätten überall Vorgang. Da es dort sehr eng war kam der Mann mit seiner Schulter an meinen Rucksack und schimpfte direkt das ich meinen Rucksack auf(!) seine Schulter stellen würde. Ja ich hatte einen großen Treckingrucksack an der nie und nimmer auf seiner Schulter war. Ich hatte mich auch nicht vor sie gedrängelt sonder einfach Glück gehabt das der Zug direkt vor mir hielt. Nachdem der Mann einige weitere Sprüche abgelassen hatte fragte ich freundlich ob sie vor mir in den Zug wollten. Sie drängelten an mir vorbei und ich bekam noch ein: “Die Jugend von heute hat kein Benehmen mehr!” zu hören. Da war ich den Tränen dann doch irgendwie nah weil ich wirklich nicht wusste was ich denen getan hatte das die so unfreundlich zu mir waren… als ich irgendwann im Zug war musste ich schnell feststellen das soweit ich gucken konnte alle Plätze reserviert waren. Da zusätzlich noch eine der Schulklassen im gleichen Wagen war und die Lehrer von der Organisation her nicht gerade den überblick hatten blieben wir die ersten zwei Stationen im Vorraum stehen bis es sich etwas beruhigt hatte. Anschließend liefen wir noch einmal durch den Wagen und fanden ganz am Ende an einem Vierer Platz bei zwei netten, älteren Damen zwei nette Plätze.
Mit denen hatten wir ein paar lustige Unterhaltungen und hatten zusammen Spaß als eine Frau die zu den Zeugen Jehovas gehört im Zug auftauchte. Diese hielt zunächst zwei Jugendlichen einen Vortrag darüber wie sie ihrer Umgebung schaden da diese ein Bier trunken.
Anschließend setzte sie sich zu einer Frau und bequatschte diese bis sie aussteigen musste. Anschließend fand sie ein neues “Opfer”. Ein junges Mädchen was nach einiger Zeit zwar höflich aber trotzdem bestimmt die Flucht ergriff. Zum Glück war bei uns kein Sitz frei, sodass die “Hexe” keine Chance hatte zu uns zu kommen.
Gegen 15 Uhr erreichten wir nach einer Fahrt durch Wolken und Berge den Bahnhof. Von dort wurden wir netterweise von unserer Gastgeberin mit dem Auto abgeholt. Unsere Unterkunft befindet sich im Untergeschoss ist nach hinten jedoch offen. Oben im Haus wohnt die Familie und wir haben unten unsere eigene Ferienwohnung. Diese ist zwar nicht groß aber sehr gemütlich!



Gegen Abend waren wir noch einkaufen und haben beschlossen die drei Abende hier für uns selber zu kochen. Dabei mussten wir feststellen, dass es tatsächlich schon Weihnachtskekse gibt.
Dabei machen wir doch noch Sommerurlaub ?! Auf dem Rückweg machten wir auch noch einen kurzen Abstecher an den See welcher glasklar ist. Jetzt muss nur noch das Wetter gut genug werden um eine Runde schwimmen gehen zu können.
May-Britt
So eine Zugfahrt kann doch wirklich zu psychologischen Studien über die Mitreisenden anspornen. Gut, dass die älteren Damen an eurem Tisch nett waren. So habt ihr den Glauben an das Gute in der ältere Generation noch nicht ganz verloren.