9 Uhr Abflug nach Paris von Düsseldorf. Das bedeutet um kurz nach 7 Uhr am Flughafen sein. Da wir bereits eingecheckt sind und nur Handgepäck haben können wir dort entschieden Zeit sparen. Trotzdem müssen wir mit der Bahn um 6:45 Uhr von Leverkusen fahren, was wiederum heißt, um 6 Uhr Abfahrt zuhause. Also 5:30 Uhr aufstehen.

Caro kam bereits Montag Abend (09.09.) zu mir, da sie nicht morgens früh noch bis zu mir fahren wollte. Da es für uns der letzte Tag war um unsere Bachelorarbeit vor dem Korrektur lesen zu schreiben würde es etwas später bis wir beide aus der Firma zuhause waren und uns trafen. Im Gegensatz zu Caro war ich jedoch auch um 22 Uhr noch nicht fertig mit dem Schreiben. Also setzte ich mich wieder an den Schreibtisch während sie ins Bett ging. Und wie das manchmal ist, zog sich die Zeit bis das ich fertig war doch länger als erwartet. Als ich um 4:00 Uhr den Laptop ausschaltete war die Überlegung naheliegend ob es sich überhaupt noch lohnt schlafen zu gehen, zudem noch ein paar letzte Sahen eingepackt werden mussten. Ich entschied mich dann aber doch für eine Stunde Schlaf und habe es nicht bereut. Trotz wenig Schlaf lies mich die Vorfreude um 5:30 Uhr vergleichsweise fit aus dem Bett springen.

In Leverkusen erwischten wir einen der letzten, sehr knappen Parkplätze am P&R und standen pünktlich für die Bahn am Gleis. Mit dieser ging es dann direkt zum Flughafen, wo wir das letzte Stück mit dem Skytrain zurück legten. Für ein Frühstück und das besorgen einiger Gummibärchen blieb genug Zeit bevor wir um 8:45 Uhr das erste Flugzeug nach Paris boarden konnten. Airfrance bot sogar auf dem kurzen Flug von 50 Minuten einen super Service und sorgte mit frischen Croissants für ein zweites Frühstück.

Ein letzter Blick auf Düsseldorf.

Überpünktlich landeten wir in Paris und liefen zwischen den exklusiven Läden (Gucci, Prada, Hermès,….) durch bis das in einem normalen Laden Eis nach unserer Aufmerksamkeit verlangte. Diesen Moment Entspannung gönnten wir uns bevor es schon zum letzten Flug ging. In einem großen Airbus A380.

Die Plätze hatten wir bereits während des Check Ins ausgewählt, innen am Gang für Caro und für mich am Fenster, in der Hoffnung, dass der mittlere Platz frei bleibt und wir mehr platz hätten. Zunächst waren wir überrascht, da die gewählten Plätze direkt zu Beginn des Abschnitts im Flugzeug waren und damit direkt vor einer Wand. Mehr Beinfreiheit für uns! Aber auch die Hoffnung, dass der Platz in der Mitte frei bleiben würde wurde enttäuscht, als sich ein junger Mann zu uns setzte. Dieser schien aber auch nicht großes Interesse an einer Unterhaltung mit zwei netten Mädels zu haben, da er direkt Kopfhörer aufsetzte und diese auch vorerst nicht abnahm. Caro und ich ließen uns davon nicht stören und unterhielten uns über ihn hinweg.

Küste von Paris.

Zwei Stunden in den Flug gab es Mittagessen und unser Mitreisender nahm die Kopfhörer ab. Nachdem wir schon gerätselt hatten aus welchem Land er wo kommt sprachen wir ihn an. es stellte sich heraus, dass er aus Israel kommt, Dor heißt und im ersten Semester ebenfalls Maschinenbau studiert. Er wollte für 1,5 Monate am Meer Urlaub machen und Surfen gehen. Damit war aber auch die Unterhaltung vorbei. Irgendwann später fragte er Caro ob sie nicht Plätze tauschen wollte. Wollte sie aber nicht, da dort außen noch mal extra viel Platz war. Außerdem gab es nur wenige Reihen hinter uns noch sehr viel mehr freie Plätze. Das bemerkte er auch irgendwann uns sucht sich einen neuen. Das tat uns ein bisschen leid, aber nur ein kleines Bisschen.

Kleine Inseln direkt vor der Küste Mexikos.

11 Stunden Flug sind doch ziemlich lang, vor allem wenn sie tagsüber sind und man nicht gut im Flugzeug schlafen kann, so wie ich. Caro nutze die Zeit für mehrere Schläfchen während ich einige Filme guckte. Auch die Visumsanträge konnten wir bereits während des Flugs ausfüllen. Irgendwann war die Zeit aber um und wir befanden uns auf dem Anflug nach Mexiko Stadt. Diese Stadt ist riesig, was einem bereits auf dem Anflug bewusst wird, da man schon zehn Minuten vor der Landung nur Häuser unter sich sieht. Die Stadt gehört zum UNESCO Weltkulturerbe und ist mit über 20 Millionen Menschen im Ballungsraum eine der größten der Welt.

Am Flughafen erwartete uns einer der Mexikaner der ebenfalls am Uniprojekt im Juli teilgenommen hatte. Nachdem wir noch bei schönem Wetter gelandet waren hatte es inzwischen sehr heftig angefangen zu regnen, sodass sich das Wasser bereits auf den Straßen sammelte und mit Besen Richtung Gullis geschoben wurden. Mit ihm fuhren wir mit einem Uber in die Ecke in der laut AirBnB unsere Unterkunft liegen sollte. Dabei musste unser Fahrer mehrfach sehr langsam werden, da sich das Wasser nicht nur sammelte sondern ganze Seen bildete und Teile der Straße so hoch überflutet waren, dass die Autos nicht mehr hindurch fahren konnten. Am Ziel angekommen war es auf jeden Fall eine Hilfe, dass ein Mexikaner dabei war, da die meisten Einwohner kein Wort Englisch sprechen und unsere Sprachkenntnisse nicht so sehr über Hola, Si, No und Gracias hinaus reichen. Das er übersetzen konnte wurde richtig praktisch, als wir vor dem Gebäude standen, in dem unsere Unterkunft sein sollte und sie dort nicht war. Selbst mehrfache Abgleich mit den Angaben auf der Seite der Unterkunft halfen nicht weiter. Irgendwann entdeckte ich durch Zufall, dass es auf einer zweiten Seite die Zusatzinfo gab, dass die Unterkunft nicht wie angegeben in Hausnummer 60 ist, sondern in Hausnummer 20, also ein ganzes Stück die Straße hinunter. Als wir dort ankamen waren wir komplett durchnässt. Leider halfen uns die Klingeln an der Tür nicht weiter und unter der angegebenen Handynummer war niemand zu erreichen. Langsam kamen Zweifel auf, ob wir vielleicht komplett verkehrt waren oder aber die Anzeige im Internet nicht echt war. Doch plötzlich öffnete sich die Tür und eine junge Frau kam heraus, die uns direkt erkannte und sich als die Vermieterin vorstellte. Also doch alles richtig. Die Wohnung liegt im dritten Stock eines typisch, mexikanischen Hauses und ist modern gestaltet. Mit Küche, Wohnzimmer, Badezimmer und Schlafzimmer bietet sie auch ausreichend Platz für uns zwei Mädels. Einzig etwas enttäuschend ist der Blick aus dem Fenster…

Nachdem wir uns von der Vermieterin und unserem Mexikaner verabschiedet hatten kamen wir endlich dazu uns einen Moment auszuruhen, zu duschen und die Sachen auszupacken. Ursprünglich war der Plan anschließend noch etwas essen zu gehen. Allerdings waren wir beide so müde, dass wir um 21 Uhr mexikanischer Zeit (nach unsrem deutschen Zeitgefühl war es bereits 4 Uhr nachts) beschlossen schlafen zu gehen. Für mich waren dann auch fast 48 Stunden mit nur etwas über 3 Stunden Schlaf um. Aber dafür begann spätestens jetzt der Urlaub! Wobei wir es noch nicht so richtig glauben können, dass wir tatsächlich hier sind.