Da war er also. Der letzte Tag. So hat also auch eine Woche in Mexiko nur 7 Tage. Zum Glück sollte unser Flug erst um 21 Uhr zurück gehen, sodass wir ausreichend Zeit hatten vorher noch Jesús in Coacalco zu besuchen. Die Fahrt dorthin sollte im Verkehr etwa eine Stunde dauern, weshalb wir bereits um kurz vor 8 Uhr von unserer Unterkunft aus los fuhren um pünktlich für das Frühstück dort zu sein. Hier erwies es sich als Vorteil, dass wir bereits am Abend zuvor alles fertig gepackt hatten.

Unterwegs versuchten wir uns sogar ein wenig mit dem Fahrer zu unterhalten, auf Spanisch natürlich. Er fragte uns ob er vor Ort warten sollte und uns dann wieder zurück bringen, was wir aber verneinten, da die Zeit zu lang gewesen wäre. Wir erzählten, dass wir einen Freund besuchen würde und bereits seit einigen Tagen im Land wären. Er fragten uns daraufhin wie wir Mexiko fanden und was wir am Unabhängigkeitstag erlebt hatten. Insgesamt haben wir uns auf jeden Fall ganz gut geschlagen, dafür das wir kein Spanisch können.
Dadurch, dass doch weniger Verkehr war als erwartet waren wir bereits um kurz vor 9 Uhr bei Jesús angekommen.

Oben rechts befindet sich die Wohnung der Familie.
Da dieser jedoch noch unter der Dusche stand öffnete uns seine Mutter, die wir bereits am Sonntag kennen gelernt hatten. Sie begrüßte uns genau so herzlich, wie wir sie in Erinnerung hatte und erklärte uns direkt, dass dies auch unser Zuhause sei und wir Teil ihrer Familie. Dadurch fühlten wir uns nicht nur direkt sehr willkommen sondern tatsächlich ein bisschen wie zuhause. Ebenfalls lautstark begrüßt wurden wir von ihrem Hund, einem deutschen Schnauzer. Kurz darauf kaum auch Jesús aus dem Bad und es gab für alle Frühstück. Zunächst Mango und Kaktusfeige und anschließend Tamales, die sie extra für uns besorgt hatten. Zunächst süße mit Ananas und anschließend herzhaft mit Mole und Schweinefleisch. Dazu gab es eine süße Milch.




Anschließend wollte uns Jesús gerne mehr aus der Gegend zeigen und nahm uns mit in die Stadt. Zuvor wollte er uns jedoch noch seinen Oldtimer präsentieren, der ein kleines Stück vom Haus entfernt stand. Als wir aus der Nachbarschaft, die im übrigen abgesperrt und nur durch ein bewachtes Tor zugänglich ist, herausgefahren waren fragte er mich ob ich noch einmal fahren wollte. Selbstverständlich wollte ich gerne. Wobei dort nicht die größte Herausforderung der Verkehr sondern die Schlaglöcher sind. Sein Oldtimer steht in einem abgesperrten Hinterhof. Er hat diesen von seinem Vater geerbt und arbeitet seit Jahren daran verschiedene Teile zu erneuern. Der gesamte Motor ist bereits restauriert und läuft ohne Probleme. Er ist auf jeden Fall sehr stolz auf sein Auto!



Von dort ging es mit seinem normalen Auto weiter in die Stadt. Dort waren einige Straßen gesperrt, wodurch der Verkehr sehr chaotisch war. Die bot uns jedoch genug Möglichkeiten die Häuser und Gegend anzusehen.




In der Nähe des Zentrum parkten wir das Auto und ließen zum großen Platz an dem sich unter anderem das Rathaus und die Kirch befindet. Da dies ein Stück den Berg hoch ist, hat man einen tollen Ausblick über das gesamte Tal. Außerdem steht dort ein großer Schriftzug der Stadt und ein Touristen-Foto-Bogen.




Anschließend liefen wir noch zur Kirche um diese anzusehen. Besonders gut gefiel uns dran der kleine Garten der sich vor der Kirche befand.




Außen um den Garten herum lief eine Mauer und ein Blick darüber verriet uns, dass sich dahinter erneut ein Ausblick auf die Stadt bot. Den wollten wir uns nicht entgehen lassen. Auf dem Weg dorthin fiel Jesús und mir auf, dass wir fast gleich angezogen waren. Ein Grund genug um ein “cooles” Foto zu machen. Und noch mehr Fotos. Erinnerungen kann man nicht genug festhalten!




Anschließend wurde es Zeit, dass wir uns auf den Rückweg machten. Um 12 Uhr sollte es Mittagessen geben und wir waren sogar schon für mexikanische 12 Uhr (die Mexikaner haben es nicht so mit Pünktlichkeit) spät dran. Trotzdem durfte Caro den Weg zurück fahren. Jetzt kann auch sie behaupten, dass sie tatsächlich in Mexiko gefahren ist.

Zurück im Haus hatten wir wieder WLAN wodurch nie sehr unerfreulich Nachricht auf meine Handy auftauchte. Unser Flug sollte statt um 21 Uhr jetzt erst um 23:30 Uhr starten. Bei etwas über zwei Stunden Umsteigezeit in Amsterdam war uns bereits klar, dass wir diesen Anschluss wohl nicht bekommen würden. Da es aber auch keine genaueren Informationen dazu gab blieb uns nichts andere übrig, als die Information immer wieder zu aktualisieren, in der Hoffnung, dass sie verschwinden würde. Außerdem wollten wir trotzdem zur ursprünglich geplanten Zeit am Flughafen sein, womit uns ausrichten Zeit bleiben würde alles weitere zu klären. Zunächst hatten wir aber noch etwas Zeit und genossen das Mittagessen.
Es gab Champignonsuppe mit Hähnchen und anschließend Hähnchen mit Zwiebel, Paprika und Käse und dazu blaue Tortillas. Von diesen hatte uns Jesús bereits am ersten Tag erzählt. Auf den ersten Blick wirken diese verschimmelt, jedoch hatten wir gestern auf dem MArkt gelernt, dass es blauen Mais gibt und dadurch diese Farbe entsteht. Einen Unterschied im Geschmack merkt man im übrigen nicht. Als Nachtisch gab es noch einen kleinen Rest Kuchen von Sonntag. In der Creme von diesem befinden sich im übrigen auch Bohnen, wie in den meisten Mexikanischen Essen.



Anschließend blieb nicht mehr viel Zeit, bis dass Jesús zur Arbeit und wir zum Flughafen mussten. Er zeigte uns noch sein Zimmer, welches für unsere Verhältnisse, wie die gesamte Wohnung, sehr klein ist und seine Gitarre. Anschließend durfte das Erinnerungsfoto nicht fehlen.
Für uns war dies ein ganz besonderer Tag und wir sind sehr dankbar, dass Jesús und seine wirklich liebevolle Mutter uns willkommen geheißen haben und wir noch einmal nie ganz andere Seite kennengelernt haben!

Der Abschied war für keinen von uns dreien leicht, auch wenn wie nach wie vor der Plan besteht, dass wir uns nächstes Jahr wieder sehen. Trotzdem sind wir alle sehr weit voneinander entfernt und können uns nicht einfach so besuchen.
Als dies überstanden waren ging es los zum Flughafen. Erneut mit einem Uber Fahrer. Dieser war auf jeden Fall Vollblut Mexikaner. Dies stellten wir spätestens dann fest, als er auf der Schnellstraße die richtige Ausfahrt verpasste, direkt auf dem Seitenstreifen anhielt und das Stück rückwärts zurück fuhr. An solche Manöver hatten wir uns aber überwiegend gewöhnt. Hier in Deutschland jedoch undenkbar.

Am Flughafen waren wir mit Allan und Santiago verabredet, die einstimmig beschlossen hatten, dass sie uns unbedingt verabschieden und di verbleibenden Stunden verbringen wollten. Wir berichteten ihnen von dem Chaos mit unseren Flügen und dass wir dies als erstes klären mussten. Ein erneuter Blick in die App der Fluggesellschaft bestätigte nicht nur weiterhin die Verspätung sondern zeigte und plötzlich einen neuen Flug an. Dieser sollte statt über Amsterdam mit verspäteter Abflugzeit um 23:30 Uhr nun um 23 Uhr über London gehen. Damit war die Verwirrung komplett. Trotz intensiver Suche konnten wir keinen Informationsschalter von KLM finden und liefen zum Check-In, vor dem sich bereits eine Schlange gebildet hatte. dort erklärte uns eine Mitarbeiterin, dass es keinen Infoschalter gäbe und wir uns ganz normal mit für den Check.In anstellen mussten um weitere Hilf zu bekommen. Nach 40 Minuten waren wir an der Reihe. Der junge Mann am Schalter schien zunächst etwas verwirrt, erklärte uns dann jedoch, dass wir automatisch umgebucht worden waren, da wir aufgrund eines Streiks in Amsterdam so viel Verspätung hatten und auch unseren Anschluss nicht bekommen würden. Der neue Flug war für uns damit die bessere Option. Da unsere Ankunftszeit in Düsseldorf durch den neue Flug lediglich 3 Stunden später war erklärten wir uns damit einverstanden und diskutierten nicht weiter. Der Mitarbeiter suchte für uns dann auch noch die neue Buchungsnummer heraus, sodass wir direkt online einchecken konnten. Anschließend hatten wir noch 6 Stunden bis zum Abflug und suchten uns einen gemütlichen Platz zum sitzen um mit Santiago und Allan noch Karten zu spielen und uns zu unterhalten.

Irgendwann war es so spät, dass wir uns entschlossen durch die Sicherheitskontrolle zu gehen, damit die beiden ohne schlechtes Gewissen nachhause fahren konnten. Auch hier fiel uns der Abschied nach den vielen Tagen die wir mit den beiden, insbesondere Santiago, verbracht hatten nicht ganz leicht.
Die Sicherheitskontrolle verlief sehr entspannt. Normalerweise ist es nicht erlaubt, Flüssigkeiten mitzunehmen, die mehr als 100 ml haben. Caro hatte sich für ihren Sonnenbrand eine Lotion besorgt, die 230 ml hatte. Trotzdem kam diese in Mexiko ohne Probleme durch die Sicherheitskontrolle. Am Gate nutzen wir die zeit weiter Blog zu schreiben und uns zu unterhalten. Eigentlich wollten wir auch einen Videoanruf mit Jesús machen, jedoch gab es nur sehr eingeschränktes Internet, wodurch dies leider nicht möglich war. Erst am Endgültigen Gate gab es besseres Internet, in dem man sich aber alle fünf Minuten neu anmelden musste. Trotzdem reichte es für zwei kurze Anrufe.
Wir wurden beide langsam Müde und waren froh, als wir gegen 22:30 Uhr endlich ins Flugzeug durften. Wir hatten die Plätze so gebucht, dass Caro erneut am Gang und ich am Fenster saß, in der Hoffnung, dass der mittlere Platz frei blieb. Dieser Plan ging nun auch tatsächlich auf und wir hatten etwas mehr Platz. Bis zum Abendessen schafften wir es auch beide wach zu bleiben, danach übermannte uns jedoch der Schlaf.




Ein letzter Blick auf Mexiko City.
Nachdem wir mit Regen in Mexiko verabschiedet wurden erwartet uns gutes Wetter in Europa. Bereits im Anflug auf London schien die Sonne. Dadurch das wir beide mehr (Caro) oder weniger (ich) geschlafen hatten waren wir beide fit.
In London schauten wir, zu welchem Terminal wir für den Anschlussflug mussten. Unter der entsprechenden Uhrzeit wurde uns ein Flug nach Düsseldorf von Terminal 2 angezeigt. Wir befanden uns zu diesem Zeitpunkt in Terminal 5 und mussten eine Bus nehmen. Als wir in Terminal 2 ankamen wollten wir herausfinden, zu welchem Gate wir müssen. Dabei fiel uns auf, dass für 17:35 Uhr nicht nur ein, sondern zwei Flüge nach Düsseldorf angeschlagen waren. Einer flog von terminal 2, und einer von Terminal 5. Und natürlich war unser Flug der von Terminal 5. Also nahmen wir den Bus wieder zurück. So haben wir immerhin mal ein bisschen was vom Flughafen in London gesehen. Dort angekommen mussten wir erneut durch die Sicherheitskontrolle. In England scheint diese auch etwas genauer zu sein. Nicht nur wurden mein Schuh untersucht, um dann festzustellen, dass es die Haarspangen auf meinem Kopf waren die gepiepst haben, sonder es wurde auch Caros Creme gefunden, die mehr als 100 ml hatte. Gut, dass sie sich unmittelbar zuvor erneut damit eingecremt hatte. Am richtigen Gate angekommen blieb keine Zeit mehr sich noch in Ruhe hinzusetzen, da bereits das Boarding begonnen hatte.

Flughafenbus von Terminal 2 nach 5 und anschließend wieder zurück.
Nach dem langen Flug von Mexiko nach London, war der Flug von London nach Düsseldorf nun ein Katzensprung. Wir hatten Glück und ein sehr lustiger Kapitän begrüßte uns im Flugzeug mit einer Ansage. Nachdem er zunächst auf deutsch einen guten Abend gewünscht hatte entschuldigte er sich gleich darauf, da dies alles war was er auf deutsch sagen konnte und bat Passagiere die beide Sprachen beherrschten seine Ansage für die zu übersetzen, die nur Deutsch sprachen. Auch entschuldigte er sich für die Verspätung mit der wir losliefen würden, aber wir könnten die Schlange an Flugzeugen die vor uns waren ja selber aus dem Fenster sehen. Er versprach extra schnell zu fliegen. Ein Versprechen, dass er definitiv hielt, als wir sogar noch 3 Minuten früher als geplant landeten. In einem wirklich schönen Sonnenuntergang.




Vom Flughafen fuhren wir erneut mit dem Skytrain zum Bahnhof und von dort nach Leverkusen zu meinem Auto. Leider mussten wir dort feststellen, dass dieses die Zeit auf dem engen P&R Parkplatz nicht ganz unbeschadet überstanden hat. Neben einige Macken durch Türen der Nachbarautos hat es auch eine kleine Macke abbekommen. Ziemlich ärgerlich.

Zuhause angekommen machten wir noch ein Foto mit allen mitgebrachten oder geschenkt bekommenden Lebensmitteln, bevor auch Caro von ihrer Mutter abgeholt wurde und der Urlaub tatsächlich vorbei war.

Diverse Kekse, Schokolade für Kakao, Maisblätter und zwei Geschenkkörbchen von Jesús und seiner Mutter
Für uns beide war es eine toll Erfahrung eine eine Zeit die wir wirklich genossen haben. Mexiko Stadt ist auf jeden Fall einen Besuch wert und bei weitem nicht so gefährlich wie einem allen Leute erzählen möchten. Aber auch der Rest des Landes ist ein Besuch wert. Für uns steht schon jetzt fest, dass wir auf jeden Fall wieder kommen werden!
Jetzt geht es ab morgen zurück in den Alltag. Caro muss bereits morgens wieder arbeiten bevor wir uns Mittags schon in der Uni wieder sehen, da wir beide einen Termin zur Besprechung unserer Bachelorarbeit haben.
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