Dass es in Seoul bereits seit einiger Zeit ziemlich kalt ist, habe ich in fast jedem der vergangenen Blogbeiträge erzählt. Bisher fehlte allerdings leider der Schnee. In der Hinsicht ist es gut, wenn man die richtigen Leute kennt!

Bumseok, einer der Koreaner aus dem CoPro Projekt mit dem ich befreundet bin, ist an der Hongik University der Kapitän der Snowboard Mannschaft. Als ich davon gehört hatte, dass die Ski Gebiete geöffnet hätten fragte ich ihn ob er mehr Infos dazu hätte. Er schlug direkt vor, dass wir doch einen Tag ins Ski Gebiet fahren könnten. Ursprünglich war auch geplant, in der Hütte zu übernachten die es von der Uni dort gibt. Allerdings fand das seine Freundin wohl nicht so toll. Trotzdem lohnt es sich für einen Tag, da die Busfahrt nur etwa 2,5 Stunden dauert.

Das Skigebiet ist in Pyeongchang in den Bergen. Wir wollten donnerstags dort hin. Allerdings war am Wochenende zuvor jemand mit Corona dort Ski gefahren. Daraufhin wurden sämtliche Mitarbeiter dort getestet. Viele Koreaner wurden wohl trotzdem davon abgeschreckt, da es komplett leer war, als wir gegen 11:30 Uhr dort ankamen. Nachdem wir eine Kleinigkeit gegessen hatten mussten wir noch das Equipment für mich ausleihen. Es gibt dort alles, angefangen von Jacke und Hose über Ski und Schuhe bis Helme. Das war für mich natürlich sehr gut, da meine Skisachen alle in Deutschland liegen. Einige kleine Dinge, z.B. Handschuhe hatte Bumseok mir aber mitgebracht zum ausleihen.

Das Skigebiet ist verglichen mit denen, die ich bei uns aus Österreich oder der Schweiz kenne, relativ klein. Da es noch nicht genug frischen Schnee gibt, sind alle Pisten beschneit, einige allerdings auch geschlossen. Nachdem wir beide fertig umgezogen waren ging es als erstes mit der Gondel nach ganz oben und von dort die Anfängerpiste wieder komplett runter. Die Strecke war aber genau richtig zum aufwärmen und eingewöhnen. Anschließend fuhren wir zahllose Male mit verschiedenen Liften und der Gondel wieder hoch und alle Pisten die es gab wieder herunter. Meistens dauerte die Fahrt mit den Lift dabei deutlich länger als die Abfahrt. Da man nirgendwo anstehen musste ging es trotzdem schnell. Die Pisten wären sehr gut präpariert und abgesehen von der schwarzen Piste auch den ganzen Tag ohne Hügel. Da das Skigebiet morgens um 7 Uhr öffnet und momentan (wegen Corona) um 22 Uhr schließt (normalerweise ist es bis 2 Uhr auf und alle Pisten mit Flutlicht beleuchtet) werden die Pisten über den Tag mehrfach frisch präpariert. Zusätzlich war das Wetter herrlich mit Sonnenschein und wir haben es wirklich bis zur aller letzten Minute ausgenutzt. Es war so herrlich endlich wieder auf Skiern zu stehen und das dann sogar noch in Korea.

Ein großer Dank gebührt dabei auf jeden Fall Bumseok der sich um alles gekümmert hat. Leider war es für ihn einfacher mit einem anderen Bus zurück zu fahren, weshalb wir uns bereits dort verabschieden mussten, zumal es das letzte mal war, dass ich ihn in Korea sehen würde. Als Abschiedsgeschenk bekam ich von ihm eine Collegejacke die nicht nur von der Hongik University sondern explizit vom Lehrstuhl für Ingenieure kommt. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet und habe mich riesig gefreut! Trotzdem war es traurig sich zu verabschieden, vor allem weil wir nicht wissen wann wir uns das nächste mal sehen werden.