Von Santiago dauert es nur etwa 1,5 Stunden bis ans Meer. Deshalb hatten wir am Abend zuvor kurzentschlossen einen Ausflug dorthin gebucht. Wer kurzfristig bucht wird dabei sogar noch mit vergünstigten Preisen belohnt. Einziger Haken: Abholung für die Tour: 7:50 Uhr. So garnicht unsere Zeit. Also um 7:00 Uhr aufstehen, schnell zum Frühstück und dann vor dem Hotel warten. Allerdings dauerte es dann noch etwas und am Morgen war es noch so frisch, dass Jan schnell hoch lief um sich noch eine Jacke zu holen. Natürlich ja genau in dem Moment die Tour im kleinen Bus um uns einzusammeln. Zum Glück war Jan kurz darauf bereits wieder unten und die Tour konnte starten. Mit insgesamt 15 Teilnehmenden (überwiegend aus den USA) eine kleine Tour.

Als erstes führte uns die Tour in 1,5 Stunden nach Viña del Mar. Der Reiseleiter erzählte uns zahlreiche Dinge über Chile und die Städte, wenngleich vielleicht alle ganz bei uns ankamen, da die Müdigkeit dort überwältigend war. Trotzdem waren wir pünktlich wieder wach und fit, als wir von den Hügel herunter nach Viña del Mar fuhren. Die Blumenstadt zieht insbesondere im Sommer zahlreiche Touristen, wenngleich das Meer hier sehr kalt ist. Für uns war der erste Stopp an der Blumenuhr. Diese liegt am Fuße des Cerro Castillo auf dem die Sommerresidenz des chilenischen Präsidenten liegt. Ansonsten ist die Blumenuhr genau das, was ihr Name schon sagt. Eine große, mit Blumen bepflanzte Fläche auf die eine Uhr gebaut ist. Sieht auf jeden Fall schön aus. Das nächste Ziel war das Museo Fonck. Dort steht vor dem Gebäude ein Moai, eine Statue von der Osterinsel. Diese Stauen lassen sich an verschiedenen Stellen der Welt finden, unter anderem auch im Naturkundemuseum in New York (DumDum aus dem Film nachts im Museum). Allerdings sind die meisten von der Insel entwendet worden. Einzig die am Museo Fonck war ein Geschenk der Uhreinwohner der Insel. Dort kollidierte unser Ausflug auch mit drei Reisebussen einer Kreuzfahrt, die gerade in Valparaíso angelegt hat. Entsprechend voll war es. Danach ging es weiter zum Casino. Allerdings nicht um dort zu spielen, sondern um dahinter an der Promenade anzuhalten. Von dort konnte man entlang der Küste bereits Valparaiso sehen. Außerdem das Castillo Wulff, eine von deutschen Einwandernden gebaute Villa, die aussieht wie eine kleine Burg. Am Meer entlang führte unser Weg schließlich noch zum Fischmarkt. Wir wurden extra darauf hingewiesen, hier besonders gut auf unsere Wertsachen aufzupassen. Der Reiseleiter sagte, dass die Diebe nicht gefährlich wären, aber sehr schnell rennen könnten. Zunächst liefen wir hinter dem Fischmarkt durch die ganzen Boote. Diese sind ziemlich klein, wenn man sich vorstellt, dass damit draußen Fisch gefangen wird. Viele waren außerdem bemalt. Anschließend glaubten wir zunächst der Markt wäre an diesem Montag geschlossen, bevor wir dann doch noch einen offenen Eingang fanden. Es gab viele stände die den frischen Fisch und Meeresfrüchte dort direkt verkauften. An einem Stand sagen wir auch die Köche des Kreuzfahrtschiffs, die gerade 60kg Fisch bestellten. Nach einem kurzen Aufenthalt ging es dann wieder raus auf die andere Seite des Fischmarkts ans Meer. Dort lagen mehrere (teils riesige) Seelöwen an der Promenade und auch Pelikan saßen dort.

Anschließend machten wir uns auf den Weg nach Valparaíso. Auf dem Weg dorthin erzählte unser Reiseführer noch Einflussgebiet Geschichte. In Viña del Mar findet jedes Jahr ein großes Musikfestival statt, was insbesondere in Südamerika bekannt ist. Vor einigen Jahren trat dort auch die weltweit bekannte Band Maroon 5 auf. Nach ihrem Auftritt redete der Frontsänger nicht besonders gut über das Festival und die Stadt. Das verärgerte insbesondere die Chilenen. Also fingen sie an, Unter alle Beiträge auf Social Media chilenische Rezepte zu kommentieren. Das ging so weit, dass er alle Kommentare ausschalten musste. Bis heute kann man die Beiträge nicht kommentieren, weil sofort erneut chilenische Rezepte auftauchen. Etwas nachtragen könnte man meinen…

In Valparaíso angekommen, machten wir einen Rundgang durch den Stadtkern, der 2003 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt wurde. Der Stadtkern befindet sich dabei auf Hügel verteilt oberhalb des Meers. Um dort hoch zu gelangen fuhren wir zunächst mit einem Ascensores-Aufzug (eine Stadtaufzug) hoch. Diese kleinen, alten Kabinen kosten gerade einmal 0,10€ und während eine runter fährt, wird die andere hoch gezogen. Oben angekommen bot sich bereits ein erster schöner Blick auf die Stadt, die bunten Häuser und den Hafen. Wir folgten unserem Reiseleiter durch viele kleine Gassen, vorbei an unzähligen Wandbildern, die entweder gemalt oder mit Grafit gesprüht wurden. Auch dabei gab es wieder jede Menge Bilder von Katzen zu entdecken. Wir kamen an bunt gemalten Häusern vorbei und an Aussichtspunkten. Es ging Treppen runter und Treppen hoch. Bei einer Treppe die runter führte gab es daneben eine flache Rinne, die man auch zum Rutsche nutzen kann. Das ließ sich Ninja nicht zweimal sagen und sauste dort herunter. Nach etwa einer Stunde war Mittagspause angesagt. Er schlug uns ein Restaurant mit Blick auf die Stadt vor. Uns kam die Pause sehr recht. Wir merkten beide unsere Erklärung ziemlich und waren froh zu sitzen und etwas zu trinken und zu essen. Nach der Pause ging es uns schon etwas besser und wir waren bereit für den restlichen Ausflug. Zunächst ging es zu Fuß von den Hügeln herunter über eine der zahlreichen Treppen der Stadt (etwas wie Wuppertal, nur haben wir keine Aufzüge für den Weg hoch). Unten trafen wir wieder auf unseren Fahrer und den kleinen Bus und es ging weiter. Auf dem Weg aus der Stadt raus fuhren wir noch am Parlament vorbei. Anschließend zurück auf die Schnellstraße und eine Stunde Richtung Casablanca Tal. Perfekte Gelegenheit einmal kurz die Augen auszuruhen.

Das Casablanca Tal ist eine sehr bekannte Anbauregion für Wein hier in Chile. Wir fuhren dort zum Weingut Casas del Bosque. Zur Tour gehörte dort eine Weinprobe. Nicht ganz das richtige für Ninja, aber sie hatte Glück und es gab alternativ leckeren Mangosaft. Bei der Weinprobe gab es einen roten Carménère und einen weißen Sauvignon zu probieren. Anschließend fragte die Dame des Weingutes immer ab, wie gut der Wein schmecken würde auf einer Skala von 1-10. Leider musste Ninja ziemlich Nießen und brauchte ein Taschentuch gerade als Jan gerade gefragt wurde. Dadurch kam er nicht zum antworten. Vielleicht garnicht so schlimm, da seine Meinung vom Wein keine 8 oder 9 gewesen wäre, wie bei fast allen anderen… Nach der Verkostung blieb noch etwas Zeit selbst über das Weingut zu wandern und die Sonne zu genießen bevor es zurück nach Santiago ging. Auf dem Weg zurück in die Stadt standen wir noch mächtig im Stau, weshalb es ewig dauerte bis wir das erste Hotel erreichten. Zu unserem Glück waren wir die Ersten, die abgesetzt wurden.

Nach einer kurzen Pause im Hotel machten wir uns noch auf den Weg eine Kleinigkeit zu essen. Dafür hatten wir einen Imbiss etwas nördlich des Hotels ausgesucht. Ein bekanntes Streetfood hier in Chile sind Completos. Completos sind überdimensionale Hotdogs mit Belag. Die bekannteste Variante wird dabei mit Sauerkraut, eingelegtem, klein gehaktem Gemüse und Mayonnaise serviert. Außerdem hatten wir einen in der italienischen Variante mit Avocado, Tomate und Mayonnaise. Beide sehr lecker. Der Typ vom Imbiss war auch so nett und spendierte uns noch eine chilenische Limo: Bilz. Angeblich eine Fruchtlimonade, erinnert ihr Aussehen und ihr Geschmack ehr an Kaugummi. Was genau der Geschmack sein soll, konnte uns selbst der Imbissbesitzer nicht sagen.

Gesättigt ging es zurück zum Hotel um unsere Sachen wieder zu packen, da morgen die Reise weiter geht.