Am 05.10. war Dominiks Geburtstag. Damit begann diese Woche etwas anders als sonst. Nachdem wir zunächst normal Vorlesungen hatten trafen wir uns abends mit einigen anderen Internationals um zu feiern. Er hatte sich als Geburtstagsessen Sushi gewünscht, und nachdem der erste Laden zu voll war fanden wir noch einen der ausreichen Platz bot.

Nach dem Essen ging es in die Stadt in eine der zahlreichen Spielearcarden, wo es neben Greifautomaten auch Autorennen, “Hau den Lukas” und Dancing Machines gibt.

Die Zeit verging wie im Flug und gegen kurz nach zehn ging es weiter zum fried chicken, da wir dies für eine Überraschung benötigten, von der Dominik noch nichts wusste. Mit Chicken to go ging es zurück Richtung Uni. Kurz vor dem Haupteingang führte ich Dominik über einen Umweg während alle anderen einen Chicken Cake vorbereiteten. Da er nicht gerne süßes isst mussten wir improvisieren. Er freute sich riesig darüber und war tatsächlich etwas sprachlos, als er dann auch noch Geschenke bekam. Ein gelungener Tag!

Dienstag ging es Nachmittags in die Stadt um mein Geburtstagsgeschenk an ihn noch einzulösen, wobei er auch hier nicht wusste was wir machen. Ausgesucht hatte ich eine große VR Arcade, also eine Spielhalle über vier Stockwerke in der es verschiedene Spiele gibt die alle mit virtual reality Brillen gespielt werden. Im ersten Stock gab es Dinge wie eine Achterbahn in der man sitzt, die sich auf der Stelle bewegt während man auf der Brille ein Video sieht. Damit konnte mein Kopf nicht sehr gut umgehen und mir wurde ziemlich schnell schlecht. Zum Glück waren auf allen anderen Stockwerken Spiele, die interaktiv gespielt wurden, teilweise sogar indem man durch den Raum lief. Diese machten sehr viel Spaß, strengten aber auch den Kopf ziemlich an. Nach 3 Stunden hatten wir definitiv genug, wobei es trotzdem sehr lustig war.

Die restliche Woche verlief vergleichsweise ruhig, vielleicht insgeheim Kräfte sammeln für Samstag, wobei ich das da noch nicht ahnen konnte.

Samstag wollte ich gerne die Stadtmauer entlang wandern. Diese läuft einmal im Kreis, teilweise durch die Stadt und teilweise durch die Berge die im Norden der Stadt sind. Insgesamt ist die Route ca. 20 km lang. Durch einige kleinere Umwege kamen wir am Ende des Tages auf fast 23 km mit insgesamt 1000 Höhenmetern.

Allerdings sind die Berge zum Wandern hier etwas anders als man sie aus Deutschland oder Österreich kennt, da es meistens geradeaus, steil den Berg hoch geht. Dafür werden mit Vorliebe Treppen genutzt. So bestanden mindestens 60% der 1000 Höhenmetern aus Stufen über die sich meine Beine auch heute, 4 Tage später noch kräftig in Form von Muskelkater beschweren…

Trotzdem war die Wanderung, welche bedingt durch einen späten Start teilweise zur Nachtwanderung wurde, sehr schön. Die verschiedenen Stadttore sind oft mit kunstvollen Malereien verziert und der Ausblick über die Stadt entschädigte für die insgesamt 4 Berge die wir erklommen haben.

Der erste Berg war dabei sehr beliebt, da zusätzlich zu uns zahlreiche andere Menschen die Treppen empor stiegen und man sich auf dem Gipfel einen kurzen Moment anstellen musste um ein Foto zu machen.

Von dort ging es weiter rein in die Natur in Richtung des zweiten Berges. Natürlich nicht ohne vorher alle zuvor erklommenen Höhenmeter wieder herabzusteigen. Der zweite Berg befindet sich allerdings auf militärischem Sperrgebiet. Daher erhielten wir am Eingang eine ID Karte mit der wir erst dann durch eine Absperrung gehen konnten. Fotos waren an den meisten Stellen komplett verboten und außer auf der befestigten Treppe konnte man auch nirgendwo entlang laufen. Überwacht wurde es dabei natürlich von Kameras. Diese Treppe fand ich am unangenehmsten, da sie komplett ohne ein einziges Stück Weg den Berg hinauf führte, immer entlang der Stadtmauer.

Auf dem dritten Berg, welcher der niedrigste von allen ist, waren wir bereits vor einigen Wochen abends mit der gesamten Gruppe um den Sonnenuntergang zu sehen. Diesmal kamen wir jedoch von der anderen Seite hoch und sahen so gerade noch einen kleinen Rest der Sonne hinter den Bergen verschwinden. Leider war es ohnehin sehr bewölkt, sodass es keinen spektakulären Sonnenuntergang an diesem Tag gab.

Von dort konnten wir jedoch auch bereits unseren letzten Berg sehen, welcher noch ziemlich weit entfernt schien. Auf der Spitze steht der bekannte Seoultower und auch dort waren wir bereits vor einigen Wochen. Ich bin auch damals den Berg hoch gelaufen, über einen kleinen Weg durch den Wald. Daher hatte ich keine schlimmen Befürchtungen. Leider zu unrecht, da es diesmal einen anderen Weg empor ging der erneut zu einem sehr großen Anteil aus Stufen bestand. Hier sorgte Dominik dafür, dass mir nahezu keine Pause vergönnt war und ich die fast 1000 Stufen ziemlich flott hoch klettern musste. Dass ich mehr als einmal versucht habe bockig stehen zu bleiben muss ich wahrscheinlich nicht erzählen. Aber er hat es geschafft mich bis oben zu scheuchen und nach einiger Pause ging es auch wieder ganz gut. Am Turm angekommen gönnten wir uns eine weitere kurze Pause um die Reste des mageren Proviant zu verspeisen und für die letzten 5 km zu stärken.

Als wir später in der Bahn standen, war es gut, dass keine Sitzplätze frei waren, sonst wäre es fraglich gewesen, ob wir noch mal aufstehen…
Wem die gesamte Strecke zu viel ist, sollte sie trotzdem in einzelnen Teilen laufen, da man an vielen älteren Häusern und ruhigen Ecken vorbei kommt.

Sonntag genoss ich zunächst meinen freien Tag bevor ich gegen Nachmittag einen Ausflug nach Hongdae unternahm um durch die Ländern zu schlendern, auf der Suche nach den verrückten Socken über die mir schon viel berichtet worden war.

Abends traf ich mich mit Dominik, JD, Rotem, Matthias und Felix zum Abendessen. Dabei gab es auf jedem Tisch ein Gaskochfeld auf welches Brühe gestellt wurde. Anschließend konnten wir an einem Buffet beliebige Zutaten holen, z.B. Ramen, Reisnudeln, Reiskuchen, Pak Choi, Sojasprossen, Pilze,… und diese in der Brühe als Suppe kochen. So konnte sich jeder raussuchen was er gerne isst und wir konnten so lange Essen zubereiten, bis jeder satt war.