Die letzten Tage sind geschafft und das schneller als gedacht, dazu gleich mehr. Wirklich viel neues passierte in den Tagen jedoch nicht mehr.

Langsam rückt das Semester näher. Die Veranstaltungen hier beginnen bereits am 01.09., also kommende Woche Dienstag. Daher stand auch die Wahl der Kurse an. Hierzu erhielten wir eine Übersicht mit Kursen, welche in englisch angeboten werden. Neben verschiedenen Englischkursen, gab es auch andere Sprachangebote z.B. Französisch, Deutsch und natürlich Koreanisch. Für uns beide stand von beginn an fest, dass Koreanisch auf jeden Fall Bestandteil unserer Zeit hier ist und wir mehr von der Sprache verstehen wollen. Daneben gab es ein Angebot an “typischen” Ingenieurkursen, wie “Engineering and Design of Bridges”, “Fluid Mechanics” oder “Design of Experiment and Technology Management”. Da wir Kurse dieser Art aber in ausreichender Menge in Deutschland haben war das Interesse an Kursen die mehr mit Design zu tun haben deutlich größer. “Psychology in Design” kam da wie gerufen. Ebenfalls sehr interessant klang “Metal Technique”. Dort ist normalerweise vorgesehen, dass man in verschiedenen Workshops unter Anderem lötet und schweißt. Wie und in welchem Umfang dies in diesem Jahr stattfinden wird werden wir noch sehen. Es wurde schon angekündigt, dass alle Kurse während den ersten zwei Wochen ausschließlich online stattfinden.
In der Liste mit Kursen die wir zunächst erhalten haben standen leider nur die Namen der Kurse. Für genauere Infos konnten wir dann unsere Buddys kontaktieren, die das Online System der Hochschule kennen und die wussten, an welcher Stelle man die entsprechenden Informationen finden konnte. Auch das belegen der Kurse geschieht normalerweise durch das Onilnesystem. Da dieses komplett in koreanisch ist, half uns auch die Anleitung nur sehr bedingt die es dazu gab. Zum Glück gab es die Möglichkeit, ein Formular auszufüllen und dieses an das Internationale Office zu senden, sodass diese dann beim belegen der Kurse halfen. Dabei fiel jedoch auf, dass sich der koreanisch Kurs mit Metal Technique überschneidet. Und das, wo doch beide Kurse so spannend klangen. Wir wurden gebeten, uns erneut die Kursliste anzusehen und dann zu schreiben, welche Kurse wir belegen möchten. Als ich die Liste in Ruhe noch einmal ansah fiel mir dabei auf, dass es zwei Kurse Metal Technique gab. Nach einer Rückfrage bei Jiu (meinem Buddy) wusste ich, dass dieser Kurs der gleiche ist, wie der den ich ursprünglich belegen wollte, jedoch vier Stunden später beginnt und sich somit nicht mehr mit Koreanisch überschneidet. Jetzt warte ich noch auf die finale Antwort des International Office, ob das alles so klappt, sollte es aber. Damit wäre Montags, Mittwoch und Donnerstags Uni. Die anderen beiden Tagen können dann genutzt werden um möglichst viel von Seoul und Korea zu sehen.
Da auch Deutsch angeboten wird, hatten wir überlegt uns bei der Deutschlehrerin zu melden und ihr anzubieten, ob wir in irgendeiner Weise unterstützen können. Zum Beispiel, indem wir im Unterricht vorbei kommen. So hätten die Studenten die Möglichkeit, sich mit anderen Studenten zu unterhalten, die tatsächlich deutsch sprechen. Und wir würden noch mehr neue Leute kennenlernen. Leider funktioniert die Mailadresse der Lehrerin nicht und wir suchen noch einen Weg, wie wir sie kontaktieren können.

Ansonsten gab es die Tage natürlich noch einmal Dumplings zu essen.

Mittwoch erreichte uns eine andere erfreuliche Nachricht. Die Quarantäne endet nicht erst Freitag sondern bereits Donnerstag. Das bedeutet, wir hatten den letzten Tag bereits zur Hälfte geschafft. Kwan, einen Freund den Dominik durch ein Projekt aus Deutschland von Anfang des Jahres kannte, bekam alle Nachrichten was unsere Quarantäne betraf, da wir seine Nummer immer als koranische Telefonnummer angeben durften und dies getan hatten. Er hatte Dominik angeschrieben und gefragt ob wir etwas unternehmen wollen. Das Grinsen wollte aus meinem Gesicht nicht mehr verschwinden. Allerdings erreichte uns gleichzeitig die Nachricht, dass sich ein Taifun auf Korea zu bewegt und dicht an der Westküste vorbeiziehen sollte. Dieser sollte Donnerstag auch mit den Ausläufern Seoul treffen, weshalb zunächst ungewiss war ob wir wohl überhaupt raus könnten. Wir hatten bereits ein Video gesehen, was von Jeju kam, einer Insel im Süden von Korea, die von dem Taifun getroffen wurde.

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Uns blieb aber nichts anderes übrig, als abzuwarten. So saßen wir am letzten Tag unserer “Gefangenschaft” oben an der Treppe, während es leicht begann zu regnen und freuten uns auf den nächsten Tag, wie auch immer das Wetter dann sein würde.