Der nächste Morgen begann mit einer Dusche und interkontinentalem Frühstück, was so viel bedeutet wie Saft aus Pappbechern, Toast und Pancakes aus einer Maschine. Uns war es egal, es schmeckte trotzdem und wir waren froh über das Frühstück.

Nach einigen Vergleichen im Internet hatten wir uns auch noch für einen Handytarif entschieden, weshalb wir nach dem Auschecken erneut zur Mal fuhren. Dort lief es fast reibungslos, wenn alle Codes zum Aufladen der SIM-Karte funktioniert hätten. Dabei gab es jedoch Probleme, die der Mitarbeiter vor Ort im Laden ebenfalls nicht direkt lösen konnte. Somit dauerte das ganze fast eine Stunde, bis wir mit zwei funktionierenden Handys den Laden verlassen konnten.

Zwei Läden weiter gab es einen 1$ Laden, in dem wir schnell eine Halterung für das Handy im Auto besorgten (haben wir in Deutschland vergessen) und fuhren weiter zum Einkaufen. In den Nationalparks, wo uns der weitere Urlaub hin führen sollte, gibt es nur kleinere Supermärkte, die zum Teil noch teurer sind. Der erste Laden den ich ausgewählt hatte, befand sich leider mitten im Zentrum von Calgary und verfügte über keinen Parkplatz, was mir entgangen war. So konnten wir zumindest noch ein bisschen von der Stadt sehen.

Also mussten wir zu einem zweiten Supermarkt fahren, der alles hatte was wir brauchten und das ein oder andere Extra. Es gab Schokocookies und auch wenn diese etwas teurer waren hat sich jeder Cent gelohnt! Dafür gab es andere Abstriche. Sprudelwasser ist, vor allem im Vergleich mit normalem Wasser, sehr teuer. Daher gibt es wohl vorerst stilles Wasser… Anschließend ging es endlich in Richtung der Berge.

Unsere Unterkunft für die Nacht lag in Golden, etwa 3 Stunden von Calgary entfernt. Wir hatten vorher schon beschlossen uns nicht zu stressen und bei Bedarf entlang der Strecke zu stoppen. Bereits kurz hinter der Stadt veränderte sich die Landschaft komplett. Zunächst noch flach, konnte man bald schon die ersten Berge in der Ferne sehen.

Die Strecke war denkbar einfach. Quer durch Kanada verläuft der Highway 1, dem auch wir die ganze Zeit folgten. Eine zweispurige Straße mitten durch die Berge. Sobald wir uns dem ersten Nationalpark näherten, mussten wir einen Stopp einlegen, um ein Ticket für die Parks zu besorgen. Eine Durchfahrt wäre auch ohne Ticket möglich, sobald man jedoch stoppen möchte, ist so ein Ticket zwingende Voraussetzung. Dadurch, dass wir das Ticket an einer Touristeninformation besorgten blieb uns die Schlange auf der Straße an den Verkaufsstellen erspart.

Der Weg führte uns als erstes nach Banff. Die Stadt, sowie der zugehörige Nationalpark gehören wohl zu den bekanntesten Stellen hier. Das merkten wir auch in der Stadt. Zahlreiche Touristen und große Reisebusse prägten das Stadtbild. Trotzdem ist auch die Stadt selbst sehr schön! Viele kleine Häuser, teilweise mit Schnitzereien oder bunt bemalt säumen die Straßen. Zusätzlich immer wieder der Blick die Straße herunten und am Ende einer der imposanten Berge. Wir liefen fast zwei Stunden durch die Stadt bevor wir weiter Richtung Norden fuhren.

Ebenfalls direkt an der Strecke gelegen und mindestens genauso bekannt ist Lake Louise. Der Gletschersee liegt umrahmt von Bergen und besticht durch eine türkisblaue Farbe und das klare Wasser. Tagsüber sind die Parkplätze direkt am See häufig überfüllt, trotz der $12,25 Dollar Parkgebühr. Zur späteren Uhrzeit hatten wir jedoch Glück. Es waren viele Plätze frei und mit 10 Minuten Wartezeit war das Parken sogar umsonst. Als wir aus dem Auto ausstiegen war der Temperaturunterschied merklich. Wir waren zuvor eine Passstraße den Berg hoch gefahren und hier oben war es so kühl, dass wir eine Jacke brauchten.

Vom Parkplatz führte ein kleiner Fußweg direkt zum See. Der erste Blick auf den See war sehr beeindruckend. Ein langer Holzsteg gegenüber der Berge sorgt für einen direkten Zugang. Dort drängten sich auch einige Menschen um das perfekte Foto zu machen. Wir gesellten uns dazu.

Nach einigen Fotos liefen wir noch ein Stück um den See herum. Dabei fiel uns auch die riesige Hotelanlage auf, die direkt neben dem See stand. Ein monströses Gebäude mit schicken Sportwagen davor. Wenn man dort schläft bestimmte eine schöne Aussicht, aber so an sich passt es einfach überhaupt nicht in die ruhige Natur dort. Nachdem wir genug Fotos gemacht und uns den See in Ruhe angesehen hatten, reichte uns das Gewusel der anderen Touristen (später haben wir auf Fotos gesehen, wie voll es dort bei gutem Wetter tagsüber sein kann… da war wirklich nix los als wir da waren) und wir liefen zurück zum Auto.

Die Sonne ging bereits unter als wir das Schild an der Grenze zu British Columbia passierten. Der Himmel färbte sich in den schönsten Farben und wir legten erneut einen kurzen Stopp auf einem Rastplatz direkt am Highway ein.

Da es anschließend dunkel wurde, fuhren wir bis zum Ziel durch. Vom Highway führte uns eine Straße weg von der Stadt und anschließend in eine ruhige Wohngegend im Wald. Die gebuchte Unterkunft bestand aus mehreren kleinen Unterkünften auf einem Grundstück. Dabei gab es kleine Hütten oder wie in unserem Fall, ein altes Wohnmobil. Alles lag direkt an einem selbst angelegten großen Teich. Zusätzlich gab es eine umgebaute Scheune. In der oberen Etage befanden sich Zimmer und die untere Etage bildete den Gemeinschaftsbereich inklusive Dusche, Toilette, Küche und Wohnzimmer.

Das Wohnmobil ist inzwischen mit einem großen, sehr bequemen Bett ausgestattet, in das wir am liebsten direkt gefallen wären. Allerdings knurrte der Magen. In der Scheune trafen wir auf ein alleine reisendes Mädel, sowie eine Mutter mit ihren drei Kindern und Freundin des Sohnes. Wir unterhielten uns etwas, wo sie herkamen und was sie so machten. Gleichzeitig bereiteten wir unser Abendessen vor. Dabei lernten wir auch eine der Hofkatzen kennen die sich durch die offene Tür herein geschlichen hatte. Leider darf sie sich nicht in der Scheune aufhalten und sah uns somit von draußen beim Essen zu.

Gerade als wir nach dem Zähneputzen Richtung Bett verschwinden wollten, sprach uns die Mutter noch einmal an. Sie hatte eine Freundin, die letzten erst in Deutschland war. Wir kamen ins Gespräch und irgendwann ging es um Skigebiete. Es stellte sich heraus, dass sie Skilehrerin ist und die Familie etwa drei Stunden nördlich von Calgary wohnt. Sie empfahlen uns die besten Skigebiete in der Gegend für den Winter und sagten wir sollten uns gerne melden, wenn wir wieder da wären, vielleicht könnten wir dann ja auch zusammen Skifahren gehen. Wir schrieben alle genannten Skigebiete auf uns verabschiedeten uns dann endgültig ins Bett, nach dem langen Tag.