Der nächste Morgen begann durch den Jetlag für uns beide bereits vor 7 Uhr. Für unseren Urlaub in den nächsten Wochen ging der erste Flug, allerdings erst um 14 Uhr. Somit blieb uns noch genug Zeit uns um alles andere zu kümmern. Wir versuchten mehr darüber herauszufinden, welche Rechte wir als Mieter tatsächlich hatten.
Die Zeit verflog und um 11 Uhr war es bereits Zeit uns auf den Weg zum Flughafen zu machen. Die Busfahrt führte uns raus aus der Stadt, etwas den Berg hinauf in eine deutlich schönere Gegend. Da wir vom Flughafen in Hamilton flogen war die Fahrt nicht sonderlich lang. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einem großen Amazon Warehouse vorbei, was vermutlich mit Grund für den Regionalflughafen ist, da der Flughafen teilweise auch Frachtflughafen ist.

Es gibt nur eine Abflughalle und es war wenig los, sodass wir bereits nach wenigen Minuten durch die Sicherheitskontrolle waren. Hätten sie mich dort nicht aufgehalten, da sie auf dem Scan meinen Reissack zum Ablegen der Kamera nicht erkannt hatten, wäre es fast ein durchlaufen gewesen. Ebenfalls bedingt durch den kleinen Flughafen gibt es keine Gangways ins Flugzeug. Nicht einmal Treppen. Stattdessen laufen die Passagiere über das Rollfeld zur Maschine und gelangen dort über eine Rampe ins Flugzeug. Dadurch dauert allerdings das Ein- und Aussteigen etwas länger und wir hoben erst mit einer Stunde Verspätung ab.

Jetzt gerade sitzen wir noch im Flugzeug und ich komme endlich dazu nach der Aufregung der letzten Tage alle Erlebnisse aufzuschreiben. Wenn alles nach Plan läuft landen wir in etwa zwei Stunden in Calgary, von wo es morgen mit dem Auto in die Rocky Mountains und die dazugehörigen Nationalparks geht. Dort werden wir hoffentlich auch zumindest zeitweise dazu kommen den Stress um eine neue Unterkunft und den Ärger mit der alten zu vergessen.
Der Flug verging auch die letzten zwei Stunden noch sehr schnell. In der Reihe neben uns war eine Mutter mit Baby unterwegs, was das Stillsitzen nicht so spannend fand und stattdessen lieber alles in den Mund nehmen wollte. Als die Mutter etwas aus dem Rucksack im gepäckfach holen musste bat ich an das kleine Mädchen einen Moment zu halten. Die Mutter war sehr dankbar und das kleine Mädchen hatte auch sichtlich Spaß bei uns. Beim Aussteigen übernahm ich sie erneut kurz, bevor wir uns verabschiedeten und uns durch den Flughafen auf den Weg zur Autovermietung machten.
Wie viele Flughäfen in Amerika hatte auch dieser Teppichboden. Ich weiß nicht wer es für eine gute Idee hielt, den Boden über den täglich tausende Leute laufen mit Teppich zu machen. Entsprechend abgenutzt sah er aus. Auch die Gepäckausgabe befindet sich anders als bei uns außerhalb des Sicherheitsbereichs im allgemein zugänglichen Ankunftsbereichs des Flughafens. Uns konnte dies jedoch zum Glück egal sein, da wir lediglich mit Handgepäck unterwegs sind.
Die Autovermietung war schnell gefunden. Wir mussten einen Moment in der Schlange warten. Einmal Führerscheine (die deutschen sind völlig ausreichend, einen internationalen brauchten wir nicht) und Kreditkarte vorzeigen und noch einen Moment warten. Uns fiel auf, wie viele andere Deutsche unterwegs waren. Neben uns saßen zwei Mädels die ebenfalls auf ihren Mietwagen warteten. Eine von ihnen ist seit April auf Weltreise und wurde gerade von der anderen besucht. Viel mehr bekam ich von dem Gespräch nicht mehr mit, da wir aufgerufen wurden um unseren Schlüssel abzuholen. Auch dort musste ich mich kurz in einer Schlange anstellen, die ich dann überholen durfte, weil der Typ am Schalter meinen Namen rief. Vor Ort sollte ich noch den Rest bezahlen. Ich war etwas verwundert über den Betrag und nur dadurch fiel auf, dass wir bezahlen sollten, dass es einen zweiten Fahrer gibt, obwohl dies bereits im ursprünglichen Vertrag enthalten war. Nachdem die Rechnung entsprechend gekürzt war bekamen wir den Schlüssel und konnten zum Auto.

Ein kleiner, blauer Toyota wartete auf uns. Nach einer gründlichen Inspektion, sowie der Dokumentation jeglicher Kratzer und Macken (wir können beweisen, dass wir nix davon waren 😀 ) ging es los auf die kanadische Straße. Ich hatte mich schon den ganzen Flug darauf gefreut Auto zu fahren und genoss die Fahrt über die großen Highways und durch die Stadt, bevor wir nach 20 Minuten das Motel erreichten.




Das Zimmer mit eigenem Badezimmer und großem Bett bot eine Steigerung der letzten beiden Unterkünfte. Hoffen wir mal, dass es die nächsten Tage so weiter geht.

Wir waren beide hungrig und eine Recherche hatte ergeben, dass ein gutes Lokal in der Nähe ausgerechnet ein koreanisches war. Mir sollte es recht sein. (Witziger Sidefact an der Stelle: Ich habe seitdem ich aus Korea wieder zurück bin nur zwei Mal koreanisch gegessen und das nicht einmal in Deutschland, sondern in Mexiko und jetzt in Kanada).
Auf dem Weg dorthin hielten wir noch an einer Mal um uns über SIM-Karten zu informieren. In allen vier Läden die wir abklapperten stellten wir fest, dass mobile Daten in Kanada unwahrscheinlich teuer sind. Für 500 MB mobile Daten bezahlt man schnell 20€ im Monat. Irgendwann hatten wir durch die Vergleiche ein Angebot gefunden, welches uns zusagte und einigermaßen erschwinglich war. Wir liefen kurz vor Ladenschluss dorthin zurück, nur damit uns der Mitarbeiter vor Ort dann sagte, dass er uns keinen normalen Vertrag verkaufen darf, wenn wir keinen Nachweis über unsere Liquidität in Kanada hätten. Dafür bräuchten wir ein Studentenvisum (was wir aufgrund der Aufenthaltsdauer nicht benötigen) oder eine kanadische Kreditkarte. Das hätte er vorher leider vergessen zu erwähnen. Es wäre nur möglich uns Pre-Paid Tarife zu verkaufen. Enttäuscht verließen wir die Mal und wollten uns zunächst einmal überlegen was wir machen würden.
Das Abendessen beim Koreaner war herrlich und schmeckte sehr authentisch koreanisch.



Satt gegessen und müde fielen wir ins herrlich weiche Bett, auch mit der Gewissheit, dass endlich der Urlaub begann.
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